Künstliche Intelligenz ist längst in der Arbeitswelt angekommen. Doch während viele Unternehmen mit der Nutzung von ChatGPT und Co. noch zögern, präsentieren erste Anbieter konkrete Lösungen für den produktiven Einsatz.
Künstliche Intelligenz verspricht Produktivitätssteigerung, bessere Services und effizientere Prozesse. Doch zwischen dem Hype um generative KI und dem tatsächlichen Nutzen für den Unternehmensalltag klafft oft eine Lücke. Zu gross ist die Unsicherheit rund um Datensicherheit, Kontrolle und Integration in bestehende Systeme. Genau hier setzt Askia an: Ein KI-Chatbot, der sich gezielt an Unternehmen richtet und verspricht, die Vorteile von GPT-Technologie mit einem Höchstmass an Sicherheit, Datenschutz und Governance zu kombinieren – und das als schlüsselfertiges Paket.
Was ist Askia?
Askia ist ein spezialisierter Chatbot, der auf der Microsoft Azure und OpenAI basiert und über unterschiedliche Modi verfügt. Gesteuert werden diese über Extensions, wie zum Beispiel ein Global-GPT, um Mitarbeitende bei alltäglichen Aufgaben wie dem Formulieren, Übersetzen oder Zusammenfassen von Texten zu unterstützen. Oder als Unternehmens-GPT (beziehungsweise kundenspezifisch konfigurierbar), um auf interne Dokumente, Prozesse und Richtlinien zuzugreifen – also Wissen, das bislang mühsam in Intranets oder Ablagen vergraben lag. Das System ist mit zusätzlichen Datenquellen wie zum Beispiel ITSM von ServiceNow, CRM von Salesforce oder allen Daten in Microsoft Fabric erweiterbar. Die Lösung positioniert sich dabei explizit als sicherer Unternehmensassistent. Was zunächst wie ein weiteres KI-Tool klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als durchaus ernstzunehmender Ansatz für Firmen, die KI nutzen wollen – aber nicht um jeden Preis.
Made in Switzerland
Ein zentraler USP von Askia ist der Umgang mit sensiblen Daten: Das System wird vollständig in der Schweiz gehostet – konkret in einer Azure Umgebung, auf die nur der Kunde selbst Zugriff hat. Microsoft, so betont der Anbieter, hat keine Einsicht in die Inhalte. Benutzerinformationen werden in einem separaten Docker-Container verarbeitet, um die Trennung zur Cloud-Welt zusätzlich zu stärken. In Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen und wachsender Skepsis gegenüber US-basierten KI-Diensten ist das ein starkes Argument – nicht nur für Behörden und staatsnahe Betriebe, sondern auch für sicherheitsbewusste KMU.
KI mit Bedienungsanleitung
Askia richtet sich nicht an Tech-Enthusiasten oder Data Scientists, sondern an gewöhnliche Mitarbeitende in HR, Finance oder Administration. Die Nutzung erfolgt im Dialog – in Alltagssprache und mit hilfreichen Funktionen wie Prompt-Vorlagen, Mehrsprachigkeit oder Chat-History. IT-Abteilungen können Rollen und Gruppen definieren, Admins Support übernehmen – unabhängig vom klassischen IT-Support. Dabei bleibt das System stets anwenderorientiert, sei dies durch die Definition von vorgegebenen Agents, welche fachbereichsspezifisches Wissen zur Verfügung stellen oder durch die einfache Administration, welche den IT-Support entlastet. Ziel ist es, Unternehmenswissen einfacher zugänglich zu machen. Statt eine halbe Stunde in Richtliniendokumenten zu stöbern, soll Askia in wenigen Sekunden die passende Antwort liefern. Klingt praktisch – setzt aber voraus, dass die zugrundeliegenden Inhalte strukturiert und gepflegt sind. Hier braucht es Vorbereitung und Bereitschaft zur inhaltlichen Betreuung.
Business-Nutzen statt Buzzwords
Tatsächlich ist der Ansatz pragmatisch: Askia wird als fertiges Servicepaket angeboten – inklusive Implementierung, Betrieb, Support und Weiterentwicklung. Unternehmen müssen sich nicht um Infrastruktur, Schulung oder Governance kümmern – alles ist enthalten. Die Einstiegshürde ist damit gering. Auch der Preis ist auffallend tief: Der Chatbot kostet pro Mitarbeitenden, abgesehen von den sowieso meist vorhandenen M365-Lizenzen und der nötigen Azure Subscription, pro Monat nicht mehr als ein halber Kaffee. Eine plakative Analogie – aber sie zeigt: KI muss kein kostspieliges Grossprojekt sein.
Fazit: KI, wie sie sein sollte?
Askia liefert keine revolutionäre Technologie – aber eine durchdachte Umsetzung bestehender Möglichkeiten. Wer eine kontrollierte, datensichere und produktive KI-Lösung sucht, findet hier einen realistischen Einstieg. Ob die KI hält, was sie verspricht, hängt
von Erwartungen, Inhaltsqualität und Unternehmensengagement ab. Doch der Ansatz stimmt: Statt dem nächsten KI-Hype hinterherzulaufen, bietet Askia eine pragmatische, sichere Antwort auf reale Bedürfnisse – und macht KI greifbarer. ■

