Payoneer sieht kleine international tätige Firmen unter Druck. Geopolitik, KI und Währungen machen Planung schwieriger.
Für kleine Firmen wird globaler Handel rauer. Nicht ein einzelner Faktor bremst, sondern die Mischung: politische Spannungen, teurere Finanzierung, schwankende Währungen, unsichere Lieferketten und der Umbau durch KI. Payoneer, ein Finanzdienstleister für internationale Zahlungen, hat 8626 kleine Unternehmen aus 20 Ländern befragt. 55 Prozent berichten von erheblichen Betriebsstörungen. Auffällig ist, was die Firmen am stärksten belastet. Zölle stehen nicht ganz oben. Häufiger genannt werden geopolitische Konflikte und technologische Veränderungen, darunter KI. Beide Faktoren kommen auf je 14 Prozent. Danach folgen Wechselkurse und Zinsen. Besonders stark trifft es asiatische Märkte. Viele Unternehmen reagieren, indem sie Lieferanten breiter aufstellen, Produktionsmöglichkeiten prüfen oder ihre Personalplanung anpassen. Der billigste Standort allein reicht nicht mehr, wenn Transportwege, Chips und politische Risiken gleichzeitig wackeln. Zölle bleiben trotzdem ein Thema, vor allem für Warenverkäufer mit Abhängigkeit von asiatischer Fertigung. In der Umfrage nennen sie aber nur 7,5 Prozent als zentrale Belastung. Dazu kommt der Streit zwischen den USA und China um KI-Chips. Für kleine Firmen klingt das weit weg, kann aber schnell Preise, Lieferzeiten und Margen treffen. Adam Cohen, bei Payoneer für globalen Handel, Kundenwachstum und Geschäftsstrategie zuständig, spricht von einem Strukturwandel. Firmen reagierten mit breiteren Lieferketten und Investitionen in Finanz- und Technologie-Infrastruktur. (aso)