Nur jedes fünfte Schweizer KMU nutzt KI im Marketing. Dabei vermuten viele, dass ihre Konkurrenz längst damit arbeitet.
Die Kunden suchen zunehmend mit KI, die Konkurrenz könnte längst damit arbeiten. Doch im eigenen Betrieb wartet man lieber noch ab. So lässt sich das Ergebnis der neuen Studie «KMU Digital Pulse 2026» von Localsearch und der Hochschule Luzern zusammenfassen. Gerade einmal 21 Prozent der Schweizer KMU setzen künstliche Intelligenz im Marketing ein. Besonders zurückhaltend sind die kleinsten Firmen. Während 49 Prozent der mittleren und 39 Prozent der kleinen Unternehmen bereits KI im Marketing nutzen, sind es bei den Mikrounternehmen lediglich 18 Prozent. Dabei haben 45 Prozent der befragten Betriebe den Eindruck, dass ihre Kunden zunehmend mit KI nach Produkten und Dienstleistungen suchen. Fast ebenso viele vermuten, dass auch ihre Mitbewerber die Technologie bereits einsetzen. Noch auffälliger ist, wie wenig sich die Firmen um ihre eigene Präsenz in KI-Diensten kümmern. 58 Prozent haben noch nie nachgeschaut, welche Informationen ChatGPT und ähnliche Systeme über ihr Unternehmen ausgeben. Nur acht Prozent prüfen ihre Sichtbarkeit systematisch. Gerade einmal zwei Prozent versuchen gezielt, ihre Auffindbarkeit zu verbessern.
Wissen fehlt
Am erwarteten Nutzen allein liegt es nicht. 59 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass KI Marketingaufgaben beschleunigt, 58 Prozent versprechen sich weniger Arbeitsaufwand. Trotzdem sehen 44 Prozent für ihren eigenen Betrieb keinen klaren Bedarf. Insgesamt 57 Prozent nennen fehlendes Wissen über die Anwendung oder die Auswahl geeigneter Werkzeuge als Hürde. Auch beim geplanten Einstieg zeigen sich deutliche Unterschiede. Von den KMU, die bisher keine KI im Marketing einsetzen, will nur jedes fünfte innerhalb der nächsten zwölf Monate damit anfangen. Bei den mittleren Unternehmen sind es dagegen 47 Prozent, bei den Mikrounternehmen lediglich 19 Prozent. Wer bereits mit KI arbeitet, rechnet mehrheitlich mit einem Ausbau. 89 Prozent dieser Betriebe erwarten, dass ihr Einsatz künftig zunimmt. Für die Studie wurden im Mai 2026 insgesamt 504 Personen befragt, die in Schweizer KMU an Marketingentscheidungen beteiligt sind. Die Befragung führte das Marktforschungsinstitut Intervista durch. (aso)