Bei den von Microsoft erfassten Cyberaktivitäten liegt die Schweiz europaweit auf Rang 13. Besonders im Visier stehen digitale Identitäten.
Weltweit belegt die Schweiz Platz 39, wie der aktuelle Digital Defense Report 2026 des US-Softwarekonzerns zeigt. In Europa führen die Ukraine, Grossbritannien und Deutschland die Rangliste an. Microsoft verarbeitet nach eigenen Angaben täglich mehr als 165 Billionen Sicherheitssignale, um Cyberbedrohungen zu erkennen und zu analysieren. Die Länderrangliste basiert auf Sicherheitsdaten von Microsoft-Kunden und bildet damit nur einen Teil der tatsächlichen Bedrohungslage ab. Zu den wichtigsten Angriffszielen gehören digitale Identitäten. Mit gestohlenen Zugangsdaten versuchen Cyberkriminelle, sich Zugriff auf Unternehmensnetzwerke zu verschaffen. Microsoft empfiehlt deshalb unter anderem phishingresistente Mehrfaktorauthentifizierung, Passkeys und eine konsequente Begrenzung von Zugriffsrechten. Besonders problematisch wird es, wenn über kompromittierte Konten auch Systeme von Geschäftspartnern oder Dienstleistern erreichbar sind und sich Sicherheitsvorfälle auf weitere Organisationen auswirken. «Die aktuellen Erkenntnisse zeigen, dass Cyberrisiken heute selten isoliert auftreten», erklärt Marc Holitscher, National Technology Officer bei Microsoft Schweiz. Auch künstliche Intelligenz verändert die Bedrohungslage. Angreifer nutzen KI, um ihre Aktivitäten schneller und in grösserem Umfang durchzuführen. Gleichzeitig setzen Sicherheitsteams die Technologie ein, um verdächtige Vorgänge früher zu erkennen, zu analysieren und darauf zu reagieren. Der Bericht hebt zudem die Bedeutung kurzer Reaktionszeiten und regelmässiger Sicherheitstests hervor. Neben dem Schutz von Benutzerkonten und Zugängen rückt die Widerstandsfähigkeit der IT-Infrastruktur stärker in den Vordergrund, damit wichtige Geschäftsprozesse auch bei einem Cybervorfall möglichst weiterlaufen können. (lfa)