Deepfakes und Social Engineering wirken heute so echt, dass ein Klick oder Anruf reicht. KI macht Wirtschaftskriminalität schneller, billiger und gefährlicher.
Wirtschaftskriminalität war nie weg, aber sie hat ein Upgrade bekommen. Mit KI werden Betrugsversuche nicht nur häufiger, sondern vor allem glaubwürdiger. Stimmen lassen sich imitieren, Mails klingen sauber und plausibel, Rechnungen wirken perfekt. Und genau das ist der Punkt: Es scheitert nicht an der Technik, sondern daran, dass Menschen ihr vertrauen. Allianz Trade warnt in einem aktuellen Ratgeber vor stark steigenden Schäden. Besonders auffällig ist der Trend bei CEO Fraud. In der eigenen Schadensstatistik legten Fake President Fälle 2025 beim Schadenvolumen um 218 Prozent zu. Gleichzeitig verschiebt sich das Risiko Richtung Innenleben. 2025 entfielen rund 65 Prozent der gemeldeten Schadenssummen auf Innentäter, externe Täter verursachten 35 Prozent. Bei der Anzahl der Fälle lagen interne Täter ebenfalls vorne. Auch die globalen Zahlen zeigen, wie stark KI getriebene Maschen anziehen.
Laut FBI Crime Report 2024 entstanden weltweit Schäden von 2,7 Milliarden US-Dollar durch Social Engineering, Phishing und Spoofing.
83 Prozent der erfassten Schäden gehen auf E Crime Muster zurück. Ein weiterer Treiber ist Vishing, also Betrug per Telefon. Crowdstrike nennt einen weltweiten Anstieg um 442 Prozent zwischen dem ersten und zweiten Halbjahr 2024. Was Unternehmen daran besonders trifft ist die neue Qualität der Angriffe. Wenn eine Stimme klingt wie der CFO, wenn ein Mail die richtige Tonalität hat und die Bankverbindung nur minimal abweicht, hilft kein Bauchgefühl mehr. Wer nur auf Aufmerksamkeit setzt, verliert. Entscheidend sind Prozesse, klare Freigaben und technische Kontrollen, die auch dann greifen, wenn jemand unter Stress handelt. (aso)