Bis 2030 könnten mehr als 300 Millionen Menschen KI-Agenten regelmässig für Einkäufe und Zahlungen einsetzen.
Heute hilft KI beim Suchen und Vergleichen. Der nächste Schritt geht weiter: Der Agent bestellt selbst, bezahlt und hält sich dabei an vorher festgelegte Regeln. Vor allem Jüngere sind dafür erstaunlich offen. 27 Prozent der befragten Jugendlichen würden einen komplett KI-gesteuerten Einkaufsassistenten nutzen. Bei den Eltern sind es 16 Prozent. Noch auffälliger: 31 Prozent der Jugendlichen vertrauen Produktempfehlungen einer KI stärker als jenen von Freunden, 23 Prozent sogar stärker als dem Rat der eigenen Eltern. Die Zahlen stammen aus einer Mastercard-Befragung mit 26’000 Eltern und Jugendlichen in 13 Ländern. 18 Prozent der Jugendlichen nutzen KI bereits jede Woche, um Preise oder Rabatte zu finden. Daniela Massaro, Country Manager Mastercard Schweiz und Liechtenstein, beschreibt den Sprung so: «KI beeinflusst heute bereits, was Menschen kaufen. Künftig wird die KI den Einkauf auch aktiv für die Menschen erledigen.» Für Händler wird das Konsequenzen haben. Produktdaten, Bewertungen, Nachhaltigkeitsangaben und Rückgaberegeln müssen künftig so aufbereitet sein, dass nicht nur Menschen, sondern auch KI-Agenten damit arbeiten können. Am schnellsten dürfte sich das bei Routinekäufen durchsetzen. Lebensmittel, Medikamente oder Abonnements lassen sich leichter delegieren. Bei Reisen, Versicherungen oder teuren Anschaffungen dürfte die KI eher suchen, filtern und vergleichen, während der Mensch am Ende entscheidet. Ganz ohne Haken geht es nicht. Sobald ein Agent selbst Geld ausgibt, werden Fragen nach Identität, Freigabe und Haftung zentral. Genau daran dürfte sich entscheiden, wie schnell aus dem Einkaufshelfer tatsächlich ein Einkäufer wird. (aso)