Fast alle befragten Gen-Z-Arbeitnehmer holen sich Karriereratschläge auf Social Media – und bereuen dies häufig.
Instagram, Youtube und Tiktok sind für viele junge Berufstätige längst mehr als Unterhaltungsplattformen. Laut einer Studie des Karriereportals Zety, für die 919 beschäftigte Angehörige der Generation Z in den USA befragt wurden, nutzen sämtliche Teilnehmer soziale Netzwerke für Karrierefragen, Jobsuche oder Weiterbildung. Besonders gefragt sind Youtube und Instagram. 45 Prozent der Befragten vertrauen den Ratschlägen von Influencern und Content Creators sogar stärker als Recruitern oder Karriereberatern. Die Auswirkungen sind deutlich sichtbar. 60 Prozent wechselten aufgrund von Empfehlungen aus sozialen Netzwerken die Branche, 41 Prozent starteten ein Nebengeschäft, 36 Prozent kündigten ihren Job und 31 Prozent wagten den Schritt in die Selbstständigkeit. Gleichzeitig zeigt die Studie die Schattenseite des Trends. 94 Prozent der Befragten geben an, bereits Karrieretipps befolgt zu haben, die sich später als irreführend oder nachteilig erwiesen. Auch bei der Stellensuche gewinnen soziale Netzwerke an Bedeutung. 69 Prozent fanden nach eigenen Angaben bereits über Instagram eine Stelle oder ein Praktikum. Vor einer Bewerbung prüfen zudem nahezu alle Befragten die Social-Media-Präsenz eines Unternehmens. Besonders abschreckend wirken aus Sicht der Generation Z überinszenierte Marketingbotschaften, politische Stellungnahmen ohne Bezug zum Unternehmen sowie widersprüchliche Auftritte auf verschiedenen Plattformen. Die Studie zeigt Zusammenhänge, liefert jedoch keine Antworten darauf, warum viele junge Arbeitnehmer Influencern stärker vertrauen als klassischen Karriereberatern oder wie gross der tatsächliche Schaden durch schlechte Ratschläge ausfällt. (aso)