Grosse Preisunterschiede bei Handy-Angeboten für Kinder

04. August 2020
Grosse Preisunterschiede bei Handy-Angeboten für Kinder Bild: Pixabay

    Rechtzeitig zu Schulbeginn hat Telekom-Experte Ralf Beyeler vom unabhängigen Online-Vergleichsdienst Moneyland.ch Schweizer Handy-Tarife für Kinder untersucht. Resultat: Es gibt enorme Preisunterschiede zwischen den Anbietern. Spezielle Kinder-Tarife sind oft zwei- bis dreimal teurer als reguläre Angebote.

    Am 10. August ist in 11 Schweizer Kantonen Schulanfang, in weiteren 12 Kantonen beginnt der Unterricht am 17. August 2020 wieder. Zu Anfang des neuen Schuljahres hat der unabhängige Online-Vergleichsdienst moneyland.ch die Handy-Tarife für Kinder analysiert. Für den Preisvergleich hat Moneyland.ch drei Kinder-Profile erstellt. Dabei wurden Prepaid- und Abo-Angebote berücksichtigt – sowohl Kinder-Tarife als auch altersunabhängige Angebote (siehe Tabelle). Fazit des Telekom-Experten Ralf Beyeler von moneyland.ch: «Die Preisunterschiede bei Handy-Tarifen für Kinder sind enorm. Eltern bezahlen häufig mehrere Hundert Franken zu viel.» Auffällig ist auch: Speziell für Kinder beworbene Angebote sind oft zwei- bis dreimal teurer als altersunabhängige Produkte.

    Besser Prepaid statt ein teures Abo für Notfälle
    Moneyland.ch hat die erste Berechnung für Anna erstellt: Anna hat ein Handy, damit ihre Eltern sie in Notfällen jederzeit erreichen können. Dazu reicht ein einfaches Handy zum Telefonieren (ohne Internet). Anna führt jeden Monat 8 Anrufe zu durchschnittlich 2 Minuten und verschickt 15 SMS. Resultat: Bei verschiedenen Anbietern kostet dies um die 5 Franken im Monat. Am günstigsten fährt Anna bei Aldi Suisse Mobile mit Kosten von 52.40 Franken im ersten Jahr. Praktisch gleich teuer ist Coop Mobile mit 52.80 Franken im ersten Jahr. Auf dem dritten Platz folgt Lidl Connect. Wesentlich kostspieliger sind Salt (68.40 Franken), Swisscom (82.70 Franken) und Sunrise (93.50 Franken). Es gibt zwar Angebote, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richten. Doch diese Angebote kosten mehr als das Doppelte oder Dreifache (116.90 Franken bei Sunrise und 174.50 Franken bei Swisscom).

    «Für Kinder, die das erste Mal ein Handy erhalten, ist ein Prepaid-Angebot sinnvoll», erklärt Ralf Beyeler. «Der grosse Vorteil bei Prepaid-Angeboten: Die Kinder lernen, mit Geld umzugehen». Sobald das Guthaben aufgebraucht ist, sind keine weiteren Anrufe möglich. So kann das Kind nicht in eine Kostenfalle geraten. Aufpassen müssen Eltern beim Kauf eines einfachen und günstigen Tastenhandys. Das Gerät sollte nicht nur den GSM-Standard unterstützen. Denn die Anbieter sind dabei, dieses Netz abzuschalten.

    Preisunterschiede von mehr als 250 Franken pro Jahr für «WLAN-Surfer»
    Für das zweite Profil hat moneyland.ch die Kosten für Lars berechnet. Lars hat ein Smartphone, surft damit aber hauptsächlich im WLAN-Netz zuhause oder in der Schule. Wenn er unterwegs ist, überträgt er jedoch 2 Gigabytes Daten über das Mobilfunknetz, telefoniert aber nur sehr selten.  Die Berechnungen von Moneyland.ch ergaben: Am günstigsten ist Mucho Mobile mit 147.20 Franken im ersten Jahr. Auf dem zweiten Platz ist das Angebot von Aldi Suisse mit 185.60 Franken. Bei UPC kostet das Abo im Rahmen einer Aktion 228 Franken im ersten Jahr. Die drei grossen und bekannten Mobilfunk-Anbieter sind für Lars wesentlich teurer: Die Preisunterschiede der relevanten Angebote beträgt über 250 Franken pro Jahr. So kostet das günstigste Angebot von Sunrise mit 296.90 Franken rund doppelt soviel wie das günstigste Angebot insgesamt. Noch teurer sind Swisscom mit 331.70 Franken und Salt mit 358.40 Franken. Das Kinderangebot «inOne prepaid Kombipaket kids» von Swisscom kostet sogar 403.70 Franken im ersten Jahr.

    «Intensiv-Nutzer»: Oft lohnen sich Aktionsangebote für Flatrates
    Für das dritte Profil hat moneyland.ch die Kosten für Paula berechnet. Paula nutzt ihr Handy intensiv, um sich mit ihren Freunden auszutauschen und Musik sowie Videos zu streamen. Für Paula ist deshalb eine Flatrate für das Internet in der Schweiz sinnvoll. Paula telefoniert hingegen nur sehr selten. Paulas Eltern müssen mit Handykosten von rund 500 Franken pro Jahr rechnen. Allerdings gibt es oft Aktionsangebote, so dass ein Abo wesentlich günstiger abgeschlossen werden kann. So bietet die Swisscom Billigmarke Wingo noch bis zum 17. August 2020 eine Jahres-Flatrate für 280 Franken an. Bezahlt wird der Betrag für das ganze Jahr im Voraus mit der Kreditkarte.

    Auch Yallo, Salt und UPC platzieren sich mit Aktionen weit vorne. Das günstigste Angebot zum Normalpreis ist ein Prepaid-Produkt von Sunrise und kostet 479.90 Franken im ersten Jahr. Mit Aktionen können Eltern viel Geld sparen, müssen aber auch genau hinschauen. Beispielsweise bietet Quickline zurzeit im Rahmen einer Aktion alle Handy-Abos für ein Jahr ohne Grundgebühr an. So bezahlen Paula und ihre Eltern im ersten Jahr zwar nur 54.40 Franken. Im zweiten Jahr sind die Kosten mit 554.40 Franken aber rund zehnmal so hoch. (Da der Vertrag über mindestens 24 Monate läuft, ist dieses Angebot in der angehängten Tabelle nicht aufgeführt.)

    Tipps für Eltern und Kinder zum Umgang mit Handys
    Telekom-Experte Ralf Beyeler hat einen Ratgeber mit wichtigen Tipps zu Handys und Smartphones für Kinder zusammengestellt. So verrät er darin beispielsweise Tipps, ab welchem Alter Handys sinnvoll sind und welche Regeln Familien vereinbaren könnten > Smartphone-Tipps für Kinder

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