IT-Ausfall bei 66% der Unternehmen im Jahr 2018

29. April 2019
IT-Ausfall bei 66% der Unternehmen im Jahr 2018 © Fractal Verlag/123rf

    Dem aktuellen Global Data Protection Index von Dell Technologies zufolge verzeichnete jedes dritte Schweizer Unternehmen 2018 eine massive Störung seiner IT-Infrastruktur; 28% davon konnten ihre Daten nicht wiederherstellen.

    Dell Technologies hat nach 2014 und 2016 die dritte Auflage seiner Studie Global Data Protection Index veröffentlicht. Demnach gab es in Schweizer Unternehmen von 2016 bis 2018 ein Datenwachstum von 236% - von durchschnittlich 1,43 auf 4,80 Petabyte. Im internationalen Vergleich ist dieser Wert erstaunlich tief. Durchschnittlich wurde in den befragten Ländern eine explosive Zunahme von 569% verzeichnet, in Deutschlang betrug sie sogar 821%. Die Zahl derjenigen, die dezidierte Datensicherheitsmassnahmen implementiert haben, nahm innerhalb dieser zwei Jahren um das Doppelte zu: 2016 waren es nur 15%, 2018 schon 36%.

    Auch hier ist die durchschnittliche Steigerung der befragten Länder, mit einer Zunahme von 9% (2016) auf 57% (2018) weltweit, deutlich höher als der Schweiz. Weitere Erkenntnisse der Studie: 89% der IT-Entscheider hierzulande haben den Wert von Daten mittlerweile erkannt, 35% monetarisieren diese bereits. Gleichzeitig kämpfen die meisten Befragten aber noch damit, ihre Daten adäquat zu schützen. Für den Global Data Protection Index befragten die Marktforscher von Vanson Bourne im Auftrag von Dell Technologies 2‘200 IT-Entscheider aus Unternehmen und öffentlicher Verwaltung in 18 Ländern, darunter auch 100 aus der Schweiz.

    Ausfallzeiten sind kostspielig
    Die schiere Menge an Daten und ihre Bedeutung für den Geschäftsbetrieb sind eine grosse Herausforderung für die Datensicherung: Mehr als 66% der Befragten in der Schweiz (weltweit: 76%) verzeichneten innerhalb des vergangenen Jahres einen IT-Ausfall. Besonders alarmierend ist der damit einhergehende unwiederbringliche Datenverlust: 28% der Unternehmen (weltweit: 27%) waren infolgedessen nicht in der Lage, ihre Daten mit den vorhandenen Backup-Lösungen wiederherzustellen.

    Rund zwei Drittel der Befragten (64%) haben Datensicherheitslösungen von mindestens zwei Anbietern im Einsatz. In diesen Unternehmen waren ungeplante Stillstände von Servern und Speichersystemen (34%) die häufigste Art von Störungen, gefolgt von Ransomware-Angriffen (33%) und Datenverlust (28%).

    Auch wenn ungeplante Stillstände deutlich häufiger auftreten, so wird ein Datenverlust doch ungleich kostspieliger. In der Schweiz verzeichneten Unternehmen, die mit Stillständen zu kämpfen hatten, in den vergangenen zwölf Monaten eine durchschnittliche Ausfallzeit von 19 Stunden, die im Schnitt auf Kosten von CHF 250‘874 (245‘690 US-Dollar) geschätzt wurde. Diejenigen, die einen Datenverlust verzeichneten, verloren durchschnittlich über 0,4 Terabyte an Daten und hatten einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von rund einer halben Million Schweizer Franken zu verkraften. Hinzu kommen weitreichende, über das rein Finanzielle hinausgehende geschäftliche Auswirkungen - angefangen von verlorenem Kundenvertrauen und Verlusten beim Markenwert bis hin zu Einbussen bei der Mitarbeiterproduktivität.

    Herausforderungen bei der Datensicherheit
    Laut der Studie stehen fast alle Unternehmen (91%) vor enormen Herausforderungen bei der Auswahl einer Data-Protection-Lösung, die ihren Bedürfnissen entspricht. Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen:

    1. Der Mangel an Data-Protection-Lösungen für neue Technologien (49%);
    2. Die Komplexität der Konfiguration und des Betriebs von Data-Protection-Software und -Hardware (48%);
    3. Die Kostenexplosion für das Speichern und Verwalten von Sicherungskopien aufgrund des schnellen Datenwachstums (43%).

    Von denjenigen, die Schwierigkeiten hatten, passende Data-Protection-Lösungen für neue Technologien zu finden, gaben fast die Hälfte (47%) an, keine geeigneten Lösungen für IoT-Anwendungen zu finden, gefolgt von Cloud-native Anwendungen (43%) und den Anwendungsszenarien Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (39%). Nur 23% der Befragten gehen davon aus, dass sie mit ihren aktuellen Data-Protection-Lösungen ihre künftigen Herausforderungen bewältigen können.

    Die Cloud verändert die Anforderungen an die Datensicherheit
    Dem aktuellen Global Data Protection Index zufolge hat die Nutzung von Public Clouds in der Schweiz von 26% im Jahr 2016 auf 35% im Jahr 2018 zugenommen. Nahezu alle (99%) befragten Unternehmen, die Public Clouds einsetzen, verwenden diese auch zur Datensicherung. Zu den wichtigsten Anwendungsszenarien gehören:

    1. Schutz spezieller SaaS-Applikationen (37%);
    2. Backup von On-Premises-Anwendungen (32%);
    3. Backup- und Snapshot-Dienste zur Sicherung von Workloads, die in der Public Cloud unter Verwendung von Legacy-Anwendungsarchitekturen entwickelt wurden (32%);
    4. Backup- und Snapshot-Dienste zur Sicherung von Applikationen, die in der Public Cloud mit neuen Anwendungsarchitekturen entwickelt wurden (31%);
    5. Langfristige Datensicherung (31%).

    Für 56% der Befragten spielen Skalierbarkeitsoptionen bei der Evaluation von Data-Protection-Lösungen für Public-Cloud-Umgebungen aufgrund des wachsenden Datenvolumens eine bedeutende Rolle. So ist für 41% die Auswahl der richtigen Data-Protection-Infrastruktur und der zugehörigen Services entscheidend, um die Datensicherheit umfassend zu gewährleisten. 22% halten die Skalierbarkeit von Services angesichts wachsender Public Cloud Workloads für wichtig.

    Neue Datenschutzgesetze sind der Katalysator für den Einsatz leistungsfähiger Data-Protection-Lösungen
    Datenschutzvorschriften wie die DSGVO sind relativ neu und die langfristigen Auswirkungen auf die Branche werden sich erst nach und nach zeigen. Doch sie haben sich in Bezug auf Data Protection bereits als Schwerpunkt herauskristallisiert: 31% der Befragten hierzulande stufen die regulatorische Compliance als eine der drei wichtigsten Herausforderungen bei der Datensicherung ein.

    Nur 24% der Befragten sind überzeugt, dass ihre aktuelle Datenschutzinfrastruktur und die Prozesse im Unternehmen den hiesigen Vorschriften entsprechen. Diese Einschätzung ist nicht aus der Luft gegriffen – immerhin 17% der befragten Unternehmen berichteten, dass sie als Folge von Ausfallzeiten oder Datenverlusten in den letzten Monaten Strafen zahlen mussten.

    „Im Mittelpunkt der digitalen Transformation eines Unternehmens stehen häufig innovative Technologien wie KI und IoT. Die dabei entstehenden Daten spielen eine entscheidende Rolle für einen erfolgreichen Transformationsprozess“, erläutert Frank Thonüs, Managing Director Enterprise Sales, Dell EMC Schweiz. „In der Schweiz ist die Anzahl der Unternehmen mit umfangreichen Datensicherheitsmassnahmen innerhalb von zwei Jahren um rund 20 Prozentpunkte gewachsen. Die Mehrheit der Unternehmen hat den Wert von Daten also erkannt und ist auf dem richtigen Weg. Es gibt jedoch noch Luft nach oben, wenn es darum geht, Daten besser zu nutzen und zu schützen.“

    Über den Dell EMC Global Data Protection Index
    Für den dritten Dell EMC Global Data Protection Index befragte Marktforscher Vanson Bourne 2‘200 IT-Entscheider aus Unternehmen der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor mit mehr als 250 Mitarbeitern in 11 Branchen und 18 Ländern über ihren Datensicherheits-Reifegrad. Vanson Bourne führte die Umfrage Ende 2018 in den folgen Ländern durch: in den USA, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland mit jeweils 200 Befragten sowie in Kanada, Mexiko, Brasilien, Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Italien, der Schweiz, den Niederlanden, Australien, Japan, China, Südkorea, Indien und Singapur mit jeweils 100 Befragten.

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