KI spart im Arbeitsalltag Zeit, doch viele Beschäftigte trauen der Sache nicht. 83 Prozent fürchten Konsequenzen, wenn ein KI-Fehler passiert.
Der US-Anbieter für Cloud-Kommunikation und IT-Management GoTo hat zusammen mit Workplace Intelligence 2’500 Beschäftigte und IT-Verantwortliche zur KI-Nutzung am Arbeitsplatz befragt. Wer KI einsetzt, spart nach eigener Einschätzung im Schnitt 2,3 Stunden pro Arbeitstag. Vor allem kleinere Unternehmen haben beim Umgang mit KI noch Nachholbedarf. Nur 24 Prozent verfügen über eine eigene Richtlinie, bei mittelgrossen Firmen sind es 36 Prozent und bei Grossunternehmen 53 Prozent. Die Unsicherheit bleibt nicht theoretisch. Ein Viertel der IT-Verantwortlichen berichtet von KI-Fehlern mit Folgen für Kunden. 23 Prozent nennen finanzielle Schäden im eigenen Unternehmen. Gleichzeitig wächst der Druck, KI trotzdem einzusetzen. 60 Prozent fühlen sich gedrängt, damit produktiver zu werden. 42 Prozent würden eher einen Fehler riskieren, als langsam oder ersetzbar zu wirken. Auch die Qualitätskontrolle sitzt nicht immer. 43 Prozent haben schon KI-Ergebnisse weiterverwendet, obwohl sie Zweifel an deren Qualität hatten oder Fehler vermuteten. GoTo-Chef Rich Veldran sieht darin weniger ein Technik- als ein Führungsproblem. Ohne klare Verantwortlichkeiten, Schulungen und Regeln werde das Potenzial von KI durch Unsicherheit, Missbrauch und ungeklärte Risiken ausgebremst. Allein für die USA beziffert GoTo das mögliche Effizienzpotenzial eines wirksamen KI-Einsatzes auf mehr als 2,9 Billionen Dollar. Der Widerspruch bleibt deutlich: KI spart bereits heute Zeit, doch fehlende Leitplanken sorgen dafür, dass viele Beschäftigte sie nur mit angezogener Handbremse nutzen. (aso)