5G setzt sich durch doch die Zweifel bleiben

Bild: 123rf/it business

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Fast zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung nutzen 5G auf dem Handy. Gleichzeitig bleiben Gesundheitsbedenken verbreitet.

5G hat sich in der Schweiz längst im Alltag etabliert. Laut einer repräsentativen Studie von Yougov Schweiz nutzen 64 Prozent der Bevölkerung den Mobilfunkstandard bereits auf dem Handy. Befragt wurden Anfang Juni 1'008 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz im Alter von 18 bis 79 Jahren. Auch technisch ist der Ausbau weit fortgeschritten. Die grossen Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt erreichen mit Basis-5G nahezu die gesamte Bevölkerung. Schnellere 5G+-Dienste sind ebenfalls breit verfügbar, wenn auch noch nicht im gleichen Umfang wie das Basisnetz. Bei der Nutzung zeigen sich klare Unterschiede. Personen mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 10'000 Franken pro Monat greifen häufiger auf 5G zurück als Menschen mit tieferem oder mittlerem Einkommen. Auch wer unterwegs und im Ausland stark auf mobiles Internet angewiesen ist, nutzt den Standard überdurchschnittlich oft. Bei den 18- bis 44-Jährigen liegt die Nutzung bei 69 Prozent, bei den über 60-Jährigen immerhin noch bei 56 Prozent.

In der Wahrnehmung steht 5G vor allem für Geschwindigkeit. 39 Prozent der Befragten verbinden den Standard mit Tempo, unter den Nutzern sind es 44 Prozent. Bei den Nicht-Nutzern fällt das Bild deutlich kritischer aus: Ein Viertel von ihnen verbindet 5G mit Gesundheitsrisiken. Hier zeigt sich der eigentliche Bruch. Obwohl der neue Mobilfunkstandard breit genutzt wird, ist das Vertrauen nicht im gleichen Mass gewachsen. 24 Prozent der Befragten halten 5G für eher oder sehr schädlich für die menschliche Gesundheit. Nur 13 Prozent sind überzeugt, dass der Standard sicher nicht schädlich ist. Besonders ausgeprägt ist die Skepsis bei jungen Menschen und in der Westschweiz. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen halten 33 Prozent 5G für gesundheitsschädlich. In der Romandie liegt der Anteil mit 38 Prozent fast doppelt so hoch wie in der Deutschschweiz, wo 20 Prozent diese Einschätzung teilen. Die Bedenken bleiben nicht folgenlos. Wer 5G für schädlich hält, nutzt den Standard deutlich seltener. In dieser Gruppe verwenden nur 45 Prozent 5G. Unter jenen, die 5G nicht als schädlich einschätzen, liegt die Nutzung dagegen bei 77 Prozent.

Inna Becher, Head of Real Estate, Industries & Telecommunications bei Yougov Schweiz, sieht deshalb weiterhin Aufklärungsbedarf: "5G ist in der Schweiz angekommen, aber das Vertrauen hinkt noch hinterher. Beinahe ein Viertel der Bevölkerung hält 5G für gesundheitsschädlich - bei jungen Menschen und Personen aus der Westschweiz sind es sogar noch mehr. Diese Bedenken sind nicht nur ein Kommunikationsproblem, sondern haben reale Auswirkungen: Sie halten Menschen aktiv von der Nutzung ab. Die Branche muss hier mit Fakten und Transparenz gegensteuern." Die Studie zeigt damit weniger ein Netzproblem als ein Vertrauensproblem. Sie misst Einstellungen und Selbstauskünfte, nicht die tatsächliche Netzqualität und auch keine medizinischen Wirkungen. Sichtbar wird aber: 5G ist in der Schweiz technisch und praktisch angekommen. Die Akzeptanz hinkt in Teilen der Bevölkerung weiter hinterher. (aso)

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