Salesforce zeigt an der Entwicklerkonferenz TrailblazerDX (TDX) 2026 in San Francisco neue Werkzeuge zur stärkeren Einbindung von KI-Agenten in Geschäftsprozesse.
Kern der Ankündigungen ist Headless 360. Dahinter steckt ein Werkzeugkasten, der Vertriebs-, Service- und Unternehmensfunktionen nicht mehr primär über Benutzeroberflächen bereitstellt, sondern als Schnittstellen für Agenten, APIs oder Kommandozeilenbefehle. Software soll künftig direkt mit Software arbeiten. Salesforce öffnet damit seine Umgebung stärker für externe KI-Werkzeuge wie Claude, Codex, Cursor oder Windsurf. Gleichzeitig sollen mehr als 60 neue Tools sowie vorgefertigte Coding-Funktionen den Zugriff auf Daten, Workflows und Geschäftslogik erleichtern. Neu ist auch ein sogenannter Experience Layer. Einmal definierte Oberflächen oder Informationsbausteine lassen sich damit über verschiedene Kanäle ausspielen, von Slack über mobile Geräte bis zu Chatbots und Collaboration-Plattformen. Daneben rückt ein zweites Thema in den Vordergrund: Kontrolle. Wer KI-Agenten in Unternehmen einsetzt, braucht Regeln, Nachvollziehbarkeit und Eingriffsmöglichkeiten. Salesforce ergänzt deshalb seine Steuerungsplattform Agent Fabric um Funktionen für Governance, Überwachung, Rechteverwaltung und Modellkontrolle. Auch der Marktplatz wird neu geordnet. Unter dem Namen AgentExchange führt Salesforce seine bisherigen Ökosysteme aus Apps, Slack-Erweiterungen und Agenten-Angeboten zusammen. Das Unternehmen verspricht einen zentralen Zugang zu tausenden Anwendungen und KI-Diensten. Der grössere Trend ist klar erkennbar: Die grossen Softwarehäuser versuchen, ihre Plattformen zum Betriebssystem für KI-Agenten umzubauen. Salesforce will dabei nicht nur Anwendungen liefern, sondern die Infrastruktur, auf der fremde und eigene Agenten arbeiten. (aso)