Der Technologiekonzern Amazon macht sein Logistiknetzwerk erstmals als integrierte Dienstleistung für externe Unternehmen zugänglich.
Mit den Amazon Supply Chain Services bietet das Unternehmen Transport, Lagerung, Distribution und Zustellung aus einer Hand an unabhängig davon, ob Firmen über den Amazon Marktplatz verkaufen. Amazon richtet das Angebot gezielt auf Branchen mit komplexen Lieferketten aus darunter Industrie, Gesundheitswesen, Handel und die Automobilbranche. Die Plattform deckt den gesamten Prozess ab von See, Luft, Strassen und Schienentransport über Lagerhaltung bis zur Auslieferung. Grundlage ist ein Netzwerk mit mehr als 80’000 Trailern, 24’000 Containern und über 100 Flugzeugen, betrieben mit Partnern. Zu den ersten Kunden zählen Procter & Gamble, 3M, Lands’ End und American Eagle Outfitters. Sie nutzen die Infrastruktur für Transport, Verteilung und die Abwicklung von Bestellungen über verschiedene Vertriebskanäle. Die Entwicklung ist die Folge einer schrittweisen Öffnung der Logistik. Zunächst für Händler auf dem eigenen Marktplatz, später mit Angeboten wie Buy with Prime auch für externe Kanäle. Nun steht das Netzwerk allen Unternehmen offen. Auslöser war auch die Nachfrage bestehender Kunden, die ihre Lieferketten nicht mehr auf mehrere Anbieter aufteilen wollten. Gleichzeitig positioniert sich Amazon in einem Markt mit steigenden Transportkosten und anhaltender Volatilität. Technisch basiert das Angebot darauf, dass interne Systeme für externe Nutzung geöffnet wurden. Unternehmen können einzelne Bausteine nutzen oder die gesamte Lieferkette über Amazon abwickeln. Damit tritt Amazon in direkte Konkurrenz zu klassischen Logistikdienstleistern und setzt auf Skalierung, operative Erfahrung und datenbasierte Steuerung. (lfa)