Post-Quantum rückt näher. An der SUDC 2026 ging es darum, wie Unternehmen ihre Kryptografie rechtzeitig fit machen.
Am 15. September kamen knapp 90 Teilnehmer zur neunten Securosys User & Developer Conference zusammen. Veranstalter Securosys ist auf Verschlüsselung, Schlüsselmanagement und Hardware Security Modules spezialisiert. Thematisch drehte sich die Konferenz um Post-Quantum Cryptography, AI, Compliance und digitale Identitäten. Bei der Umstellung auf Post-Quantum-Verfahren liegt die eigentliche Schwierigkeit nicht nur in den neuen Algorithmen. Tobias Schulz von Omnitrust verwies darauf, dass Unternehmen zunächst wissen müssen, wo Kryptografie heute eingesetzt wird und welche Systeme, Anwendungen und Abhängigkeiten davon betroffen sind. Diese Bestandsaufnahme ist Voraussetzung für jede Migration. Im Abschlusspanel mit Vertretern von Migros, SIX Interbank Clearing und Keyfactor ging es deshalb um die Reihenfolge der Umstellung, komplexe IT-Landschaften und die Einbindung externer Technologiepartner. Ein weiterer Schwerpunkt war Crypto Agility. Gemeint ist die Fähigkeit, kryptografische Verfahren kontrolliert austauschen oder an neue Anforderungen anpassen zu können, ohne dafür jedes Mal grosse Teile der Infrastruktur neu aufzubauen. Neben technischen Voraussetzungen braucht es dafür klare Zuständigkeiten und Unterstützung aus dem Management. Auch AI spielte auf der Konferenz eine Rolle. Andy Fitze von SwissCognitive beschäftigte sich mit der Frage, wie sich Organisationen verändern, wenn AI tiefer in Arbeitsabläufe eingebunden wird. Tim Hudson von OpenSSL beleuchtete wiederum, welche Folgen Quantum Computing und AI für bestehende kryptografische Standards und Bibliotheken haben können. Der Tenor der Veranstaltung war eindeutig: Post-Quantum Security ist keine Aufgabe für den Tag, an dem heutige Verschlüsselungsverfahren tatsächlich abgelöst werden. Kryptografische Abhängigkeiten müssen früh bekannt sein, damit sich Verfahren später kontrolliert austauschen lassen. (lfa)