Social Media Suchmaschine spioniert Internetnutzer aus

Einbettung der Wajam Suchergebnisse in einer Google-Suche Einbettung der Wajam Suchergebnisse in einer Google-Suche Bild: Eset

    Wajam wurde 2008 ursprünglich als Suchmaschine für soziale Netzwerke wie Facebook oder Linkedin veröffentlicht. Im Laufe der Jahre mutierte die Software jedoch zur weit verbreiteten Adware, die umfassend Daten über Internetnutzer sammelt und speichert.

    Hierzu setzt das Programm auf Techniken, die auch Schadprogramme nutzen, um beispielsweise Man-in-the-Middle-Angriffe durchzuführen. Dieses Verhalten hat auch kanadische Datenschutzbehörden und IT-Sicherheits-Hersteller auf den Plan gerufen. Durch den Verkauf des ehemaligen Start-ups, einem Standortwechsel des Unternehmens und fortlaufende Software-Anpassungen versuchen die Betreiber, sich den Konsequenzen zu entziehen. Um sich insbesondere vor der Entdeckung und Blockierung durch Antimalwarelösungen zu schützen, verschleiern die Entwickler ihre Adware mit Methoden. Die Eset Sicherheitsexperten veröffentlichen auf WeLiveSecurity ihre aktuellen Analyse-Ergebnisse.

    Wajam spioniert Internetnutzer aus
    Die Datenschutzbehörde in Kanada ist angesichts des Datenhungers auf die Software aufmerksam geworden. Zudem hat das Unternehmen neben dem unrechtmässigen Informationsfluss im Zeitraum zwischen 2012 und 2014 die ursprünglichen Funktionen, also die Suchfunktion sozialen Medien wie Facebook oder Linkedin entfernt. Während der Ermittlungen durch die Behörde wurde das Unternehmen hinter Wajam an eine Firma aus Hong Kong verkauft.

    Eset Forscher haben die verschiedenen Wajam Versionen analysiert. Im Gegensatz zum Payload haben sich die Methoden verändert und gleichen immer mehr den Techniken von Malware-Autoren. Beispielsweise erstellt die Adware Zertifikate, um Zugriff auf den verschlüsselten Web-Traffic zu erhalten. IT-Sicherheits-Hersteller wie Eset haben Wajam bereits in der Vergangenheit als Adware klassifiziert und die Installation blockiert. Daraufhin hat der Entwickler zunächst versucht, bei den AV-Herstellern die Erkennung zu verhindern. Als das erfolglos blieb, ist man dazu übergegangen, die Methoden zu verschleiern und so eine Erkennung zu erschweren. Wajam prüft unter anderem in der Windows Registry, ob eine Sicherheitslösung installiert ist

    Was ist Adware?
    Adware selbst ist nicht gefährlich: Adware-Anwendungen öffnen häufig in Webbrowsern neue Popup-Fenster mit Werbung, leiten eine Suchanfrage an Werbewebseiten um oder ändern die Startseite des Browsers. Adware wird häufig mit Freeware-Programmen ausgeliefert, damit deren Entwickler auf diesem Weg die Entwicklungskosten ihrer Anwendungen decken können. Bedenklich ist Adware wie Wajam, wenn sie wie Spyware dazu dient, Daten zu sammeln.

     

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