Erst kommt eine echte Sicherheitswarnung von Google, dann klingelt das Telefon. Das BACS warnt vor einer raffinierten Phishing-Masche.
Die Betrüger verschicken keine gewöhnlichen gefälschten E-Mails, sondern nutzen eine Funktion von Google selbst. Dafür erstellen sie ein neues Konto und hinterlegen die E-Mail-Adresse ihres Opfers als Wiederherstellungsadresse. Anschliessend lösen sie eine offizielle Sicherheitsmeldung aus, in der ein angeblicher Support-Fall samt Bearbeiter und Fallnummer auftaucht. Kurz darauf folgt der Anruf. Auf dem Display erscheint eine Schweizer Telefonnummer, am anderen Ende meldet sich der vermeintliche Google-Support. Die Kriminellen setzen ihre Opfer unter Druck und behaupten, das Konto müsse dringend gesichert werden. Wer darauf hereinfällt, landet auf einer Phishing-Seite, die mit Google Sites erstellt wurde. Die Adresse wirkt zunächst vertrauenswürdig, doch das eingebettete Anmeldeformular leitet die eingegebenen Zugangsdaten direkt an die Betrüger weiter. Damit ist der Angriff noch nicht vorbei. Sobald die Täter Zugriff auf das Konto haben, können sie ein eigenes App-Passwort einrichten und sich damit auch ohne erneute Zwei-Faktor-Authentifizierung anmelden. In einem dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) gemeldeten Fall wurden selbst später noch E-Mails und Kontakte auf ein Gerät im Ausland übertragen. Das Bundesamt rät deshalb, bei unerwarteten Support-Anrufen sofort aufzulegen. Wer bereits Zugangsdaten preisgegeben hat, sollte sein Passwort ändern, alle aktiven Sitzungen beenden und insbesondere fremde App-Passwörter entfernen. Auch Wiederherstellungsadressen und automatische E-Mail-Weiterleitungen gehören auf den Prüfstand. (aso)