Bei mehr als 370 Finanzinstituten sind die gemeldeten Betrugsversuche innerhalb eines Jahres um 35 Prozent gestiegen. 90 Prozent liefen über Mobilgeräte.
Die Zahl versuchter Betrugsfälle im Bankwesen ist bei den ausgewerteten Finanzinstituten innerhalb eines Jahres um 35 Prozent gestiegen. Grundlage sind Daten von mehr als 370 Banken und Finanzdienstleistern mit zusammen über 760 Millionen Nutzern in 21 Ländern. Der Anstieg fällt damit geringer aus als im Vorjahresbericht, der noch ein Plus von 65 Prozent auswies. Die Daten stammen ausschliesslich von Instituten, die entsprechende Lösungen zur Betrugserkennung einsetzen, und lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf den gesamten Bankenmarkt übertragen. Besonders deutlich zeigt sich die Verlagerung auf mobile Geräte. 90 Prozent der erfassten Betrugsversuche liefen über Smartphones oder Tablets, fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das stärkste Wachstum verzeichnete Beschäftigungsbetrug. Die Zahl der gemeldeten Opfer stieg um 258 Prozent. Anlagebetrug verursachte dagegen weiterhin die höchsten durchschnittlichen Verluste. Biocatch beziffert den Schaden auf rund 6'600 US-Dollar pro Fall. Kaufbetrug blieb mit 33 Prozent die häufigste Betrugsart. Bei Romance Scams lag das Wachstum bei 23 Prozent und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 63 Prozent. «Social-Engineering-Betrug ist keineswegs seltener oder weniger raffiniert geworden», erklärt Thomas Peacock, Director of Global Fraud Intelligence bei Biocatch. Nach Einschätzung des Unternehmens senkt generative KI die Einstiegshürde für Betrüger und erleichtert die Entwicklung überzeugender Betrugsmaschen. Der auf Betrugserkennung im digitalen Banking spezialisierte Anbieter Biocatch wertet für seinen Global Scams Report Verhaltens- und Gerätedaten aus digitalen Banking-Sitzungen aus. Nach eigenen Angaben analysiert das Unternehmen monatlich rund 19 Milliarden Sitzungen. (pdm)