Microsoft bietet CISPE finanzielle Zugeständnisse nach EU-Beschwerde. Technische Lösungen fehlen, der Lizenzstreit mit dem europäischen Cloud-Verband spitzt sich weiter zu.
Microsoft reagiert auf EU-Beschwerden: CISPE soll Rabatte erhalten, technische Zugeständnisse bleiben aus. Der Streit um die Cloud-Lizenzpolitik eskaliert weiter. Der Konzern will unter anderem die Preise im SPLA-Modell senken und auf die Forderung nach Kundenlisten verzichten. CISPE hatte Microsoft 2022 bei der EU-Kommission angezeigt wegen unfairer Lizenzbedingungen zugunsten von Azure. Eine zugesagte europaspezifische Azure-Version mit Funktionen wie Multi-Session VDI oder kostenlosen Sicherheitsupdates wurde nie geliefert. Nun folgt statt Technik ein reines Vertragsangebot. Wie The Register berichtet, wurden die Tarife im SPLA-Modell Anfang 2025 sogar noch um zehn Prozent erhöht – sehr zum Ärger der europäischen Anbieter. Die neuen Konditionen seien laut Quellen rein finanzieller Natur, technische Kompensationen blieben komplett aus. AWS verliess aus Protest den Vorstand von CISPE nachdem Microsoft als Mitglied aufgenommen wurde. Google geht noch weiter: Der Konzern reichte eine eigene EU-Beschwerde ein. Der Grund: Microsoft mache es durch Aufschläge faktisch unmöglich, Windows und andere Produkte wirtschaftlich auf Google Cloud zu betreiben. Der Ursprung der Debatte liegt in Microsofts Entscheidung von 2019, grosse Hyperscaler wie Google, AWS und Alibaba als sogenannte listed providers einzustufen. Seither sind Microsoft-Produkte bei diesen Anbietern deutlich teurer als auf Azure. Kritiker sprechen von systematischer Marktverzerrung. CISPE hat das neue Angebot fristgerecht erhalten. Eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet. Ob die finanzielle Lösung ausreicht, ist offen. (lfa)