KI-Pflege braucht Gewissen

Alexandra Kaiser-Duliba wurde ausgezeichnet. © Universität Luzern

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Alexandra Kaiser-Duliba wird für ihre Dissertation zu KI und Robotik in der Pflege ausgezeichnet. Ihre Arbeit trifft einen wunden Punkt der Digitalisierung.

Roboter können Pflegekräfte entlasten, KI kann Daten auswerten, Abläufe stützen und Entscheidungen vorbereiten. Doch Technik löst damit nicht automatisch das eigentliche Problem. In der Pflege geht es immer auch um Nähe, Würde und Verantwortung. Genau dort setzt Alexandra Kaiser-Duliba an. Die wissenschaftliche Oberassistentin und Dozentin am Institut für Sozialethik der Universität Luzern untersucht, wie Robotik und Künstliche Intelligenz in der Pflege eingesetzt werden können, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren. Für ihre Dissertation «Personalisiert. Entpersonalisiert. Ethische Beurteilung des Einsatzes von Robotik und Künstlicher Intelligenz in der Pflege anhand des Personkonzepts von Paul Ricœur» erhält sie den zweiten Platz beim Wissenschaftspreis «Naturwissenschaft und Theologie» der Görres-Gesellschaft. Aktuell ist die Arbeit auch deshalb, weil das Gesundheitswesen unter Druck steht. Pflegepersonal fehlt, Prozesse werden digitalisiert, technische Systeme versprechen Entlastung. Gerade in der Pflege ist Automatisierung aber kein neutraler Vorgang, denn sie verändert Beziehungen, Rollen und Verantwortung. Kaiser-Duliba fragt deshalb nicht nur, was KI und Robotik leisten können. Entscheidend ist, wann Technik Menschen unterstützt und wann sie Pflege entpersonalisiert. Der Bezug auf Paul Ricœur liefert dafür einen ethischen Rahmen: Pflege soll nicht nur effizienter, sondern personengerecht bleiben. Der Wissenschaftspreis wird seit 2024 für Arbeiten vergeben, die Grenzfragen von Naturwissenschaft, Medizin und Theologie aufgreifen. Die Preisverleihung findet am 16. September in Berlin statt. (lfa)

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