Die Schweiz als Drehort für die Digitalisierung

17. September 2019
Christian Zumbach, Schweizer DSAG-Vorstand. Christian Zumbach, Schweizer DSAG-Vorstand. Bild: DSAG

    Die Schweizer DSAG-Mitgliedsunternehmen schreiben weiter fleissig am Drehbuch der digitalen Transformation. Das ergab eine Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG). So arbeiten 43 Prozent der Umfrageteilnehmenden bereits an grösseren Projekten, um die Effizienz bestehender Geschäftsprozesse zu steigern.

    Die Effizienz bestehender Geschäftsprozesse zu steigern, geniesst bei 72 Prozent der befragten Schweizer DSAG-Mitglieder absolute Priorität in Bezug auf die gewünschten Auswirkungen von Digitalisierungsprojekten. Der absolute Spitzenwert im Vergleich zu DACH mit 62 Prozent und Österreich mit 58 Prozent. Neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln, steht zudem bei 41 Prozent (DACH: 40 Prozent) weit oben auf der Agenda. In Bezug auf die Veränderung des Marktumfeldes mit 14 Prozent (DACH: 24 Prozent) und der Schaffung von Informationstransparenz mit 10 Prozent (DACH: 21 Prozent) sind die Schweizer Unternehmen im Vergleich deutlich zurückhaltender. „Für die Unternehmen hat aktuell Vorrang, Geschäftsprozesse und -modelle digitalisierungstauglich zu gestalten. Das ist die Voraussetzung, um den Blick dann auch auf die weiteren relevanten Aspekte legen zu können“, schätzt Christian Zumbach, DSAG-Vorstand für die Schweiz, das Ergebnis ein.

    Erfolgreiche Digitalisierung bestehender Geschäftsprozesse
    In 43 Prozent der Unternehmen (DACH: 41 Prozent) gibt es bereits erfolgreich realisierte oder in Umsetzung befindliche Effizienz-Projekte. Bei der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle, die laut Umfrage ebenfalls ein relevanter Treiber der digitalen Transformation in der Schweiz sind, haben bereits mehr als ein Drittel der Befragten (DACH: 25 Prozent) grössere Projekte umgesetzt oder erfolgreich realisiert. „Hier könnte eine Rolle spielen, dass in der Schweiz vorwiegend kleinere und mittlere Unternehmen die Szene beherrschen, in denen die Entscheidungswege meist etwas kürzer sind, als in Grossunternehmen“, so Christian Zumbach.

    Hürden auf dem Weg zur Digitalisierung
    Bei den Herausforderungen der digitalen Transformation sind fehlende personelle und finanzielle Ressourcen nur für 37 Prozent der Schweizer Unternehmen (DACH: 42 Prozent) ein Hemmschuh auf dem Weg zum digitalisierten Unternehmen. Viel schwerer wiegen in der Schweiz die fehlende digitale Unternehmenskultur bei 48 Prozent der Befragten (DACH: 38 Prozent) und die starren Unternehmensstrukturen mit 37 Prozent (DACH: 24 Prozent). „Die Unternehmen müssen ihre Herangehensweise an Projekte überdenken: wie Teams zusammenarbeiten, wie Kompetenzen aufgebaut und Technologie genutzt werden. Und oftmals zeigt sich, dass die Digitalisierungsbemühungen die Unternehmen teilweise stärker durchdringen als erwartet“, schätzt Christian Zumbach die aktuelle Lage ein. An der Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter kann es nicht liegen. Die bemängeln nur 19 Prozent der Schweizer Unternehmen (DACH: 24 Prozent). Ebenso wenig am fehlenden Know-how. Darin sehen in der Schweiz nur 4 Prozent eine Herausforderung, in DACH sind es immerhin 11 Prozent. Mangelnde Unterstützung im Management ist für 15 Prozent der Unternehmen ein Problem, eine ähnliche Quote wie in DACH mit 12 Prozent.

    SAP-Strategien und -Roadmaps
    „Klare verbindliche Roadmaps, die die zukünftige Produktstrategie langfristig abbilden, sind eine wichtige Forderung, die auch die Schweizer DSAG-Mitgliedern unterschreiben“, so Christian Zumbach. Die SAP-Produktstrategien und -Roadmaps halten 38 Prozent der Schweizer Unternehmen für grösstenteils belastbar (DACH: 22 Prozent). Ebenfalls 38 Prozent stimmen dem teilweise zu (DACH: 45 Prozent). In Frage gestellt wird dieser Punkt in der Schweiz von 24 Prozent (DACH: 30 Prozent).

    Was das SAP-Lösungsportfolio betrifft, gibt es länderübergreifend konkrete Aufgaben, die von SAP (besser) gelöst werden müssen und zu adäquaten Lösungen für die Digitalisierung führen. Es geht um

    • bessere Integration,
    • einheitliche Stammdaten,
    • erweiterte, stabile Funktionalität und
    • Skalierbarkeit von Lösungen und Lizenzmodellen.

    „Damit Digitalisierungsprojekte in den Schweizer Unternehmen weiter konsequent vorangetrieben werden, muss SAP noch deutlich mehr unterstüt-zen, sei es in Bezug auf die Umsetzung und den Einsatz der entsprechenden Lösungen, oder auch was die Lizenzierung betrifft“, fasst Christian Zumbach zusammen. An einigen Themen, wie der Harmonisierung der Stammdaten, arbeitet SAP bereits.

    Aber es gibt auch Erfolge zu verkünden, wie z. B. im Personalwesen. Nach intensiven Diskussionen können Kunden ab 2022 die Lösung für das Personalwesen SAP Human Capital Management (SAP HCM) auch integriert in S/4HANA betreiben. Ein Erfolg, der insbesondere die SAP-Kunden freut, die im zeitlichen Umfeld des Jahres 2025 noch nicht zur Software-as-a-Service-Lösung SuccessFactors in die Cloud wechseln wollen oder können.

    Digitalisierungsvorhaben mit SAP-Produkten
    Beim Stichwort Digitalisierung darf natürlich die Frage nach dem Einsatz von S/4HANA im Vergleich zur Business Suite nicht fehlen. Der Fokus liegt in der Schweiz wie auch in DACH zunehmend auf S/4HANA als Grundlage für die digitale Transformation. „Um diese Tendenz weiter zu verstärken, braucht es noch mehr vorgedachte Szenarien, erprobte Tools und konkrete Business-Nutzen“, ist Christian Zumbach überzeugt. Bei den Lösungen der SAP zur Digitalisierung der Kundenprozesse wie C/4HANA oder Qualtrics ist die Lage differenzierter. Sie kommen bei den Mitgliedsunternehmen zwar zum Einsatz, sind gegenüber Wettbewerbern aber eher schwächer vertreten. Das gilt für den gesamten DACH-Raum. „Die Anforderungen der Schweizer Unternehmen sind bei C/4HANA identisch. Es geht vor allem darum, dass die Vorteile der Integration und Harmonisierung von SAP noch besser kommuniziert werden. Zudem müssen der Funktions- und Leistungsumfang von C/4HANA für die Kunden noch transparenter werden“, fasst Christian Zumbach zusammen.

    DSAG als Partner gesetzt
    Ein erfreuliches Ergebnis liefert die Umfrage bezogen auf die Bewertung der DSAG als strategischem Partner. Dabei sind 67 Prozent der Schweizer Mitglieder (DACH: 68 Prozent) mit der Anwendervereinigung zufrieden. Damit landet die DSAG vor den SAP-Partnern (64 Prozent; DACH: 58 Prozent). Für Christian Zumbach bestätigt das Ergebnis die Ausrichtung der Anwendervereinigung: „Die positive Bewertung als strategischer Partner bestätigt uns in unserem Auftrag, unseren Mitgliedern Orientierung zu geben und ihnen die richtigen Informationen zu liefern, auch in Bezug auf die digitale Transformation.“

    In punkto Wertschätzung rangiert die DSAG auch vor SAP selbst. Mit dem Software-Hersteller sind 46 Prozent der Befragten (DACH: 37 Prozent) zufrieden. Dieses Ergebnis sollte SAP als Auftrag verstehen, die Anwender mit zielgerichteten, verlässlichen Informationen und geeigneten Produkten in die Zukunft zu bringen. Die DSAG steht als motivierter Sparrings-Partner zur Verfügung, um gemeinsam Anwenderunternehmen zu unterstützen und erfolgreiche Digitalisierungsprojekte in Serie zu produzieren.

    *Erhebungsgrundlage der Umfrage
    Die DSAG hat im Sommer eine Online-Umfrage bei SAP-Anwenderunternehmen im deutschsprachigen Raum durchgeführt. Befragt wurden CIOs und Vertreter von DSAG-Mitgliedsunternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Über die Hälfte der Befragten kommt aus Unternehmen mit einer Grösse zwischen 500 bis 5‘000 Mitarbeitern. Knapp ein Drittel aus Unternehmen mit mehr als 5‘000 Beschäftigten. Insgesamt nahmen 271 CIOs und Vertreter von DSAG-Mitgliedsunternehmen an der Umfrage teil. Aus der Schweiz beteiligten sich 29 Unternehmen. Befragt wurde jeweils ein Ansprechpartner pro Unternehmen.

    DSAG-Jahreskongress 2019
    Rund 5‘500 Besucher nehmen an der dreitägigen Veranstaltung der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) in der Messe Nürnberg vom 17.9. bis 19.9.2019 teil. Das Motto lautet in diesem Jahr „Und Action! Digitalisierung konsequent machen“. Acht Keynotes, über 300 Vorträge und 175 Partner auf einer Ausstellungsfläche von ca. 15‘000 Quadratmetern bilden den Rahmen für das grösste und wichtigste Anwendertreffen in Europa. Die Veranstaltung feiert in diesem Jahr Jubiläum und findet zum 20. Mal statt.

    www.dsag.de/kongress

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