Bund wiederholt alte IT-Fehler

Bild: 123rf/it business

Typography
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Die Eidgenössische Finanzkontrolle kritisiert die IT-Schlüsselprojekte des Bundes. Viele Schwächen sind seit 2016 bekannt.

Die Bundesverwaltung bekommt von der Eidgenössischen Finanzkontrolle erneut deutliche Kritik für ihre grossen IT-Vorhaben. In einem neuen Synthesebericht kommt die EFK zum Schluss, dass wesentliche Defizite von 2016 noch immer bestehen. Verbesserungen würden zu selten dauerhaft in der Organisation oder in neuen Projekten verankert. Für den Bericht wurden 24 Prüfberichte aus den Jahren 2024 und 2025 ausgewertet. Betrachtet wurden Schlüsselprojekte mit hoher strategischer Bedeutung, hohen Risiken und grossem Ressourceneinsatz. Das Investitionsvolumen der untersuchten Vorhaben liegt laut EFK bei 3 bis 5 Milliarden Franken. Die Mängelliste liest sich vertraut: unvollständige Gesamtplanungen, schwache Portfoliosteuerung, unklare Nutzenziele, föderale Reibungsverluste sowie schlecht vorbereitete Betriebs- und Supportorganisationen. Viele Projekte messen ihren Nutzen kaum. Damit bleibt offen, ob die eingesetzten Mittel tatsächlich die versprochene Wirkung erzielen. Ein Grundproblem: Die Verwaltung lernt zu wenig systematisch aus früheren Fehlern. Laut EFK werden Schwachstellen meist nur punktuell und projektbezogen behoben. Eine Überführung der Erkenntnisse in Stammorganisationen und Folgevorhaben finde nicht ausreichend statt. Dadurch tauchen vergleichbare Probleme in neuen Vorhaben wieder auf.

Kritisch sieht die EFK auch den Übergang in den Betrieb. Bei mehreren Vorhaben seien Betriebsorganisationen nicht rechtzeitig bereit, Prozesse nicht angepasst oder Abhängigkeiten von externen Dienstleistern zu gross. Probleme würden teilweise in den Betrieb oder in Folgeprojekte verschoben. Besonders heikel ist das bei Projekten mit direktem Kontakt zur Bevölkerung. Bei der E-ID warnt die EFK: Um das Vertrauen in eine staatliche Identitätslösung zu sichern, erhält der Bund faktisch keine zweite Chance. In der Auswertung tauchen mehrere grosse Bundesvorhaben auf, darunter die Auszahlung von Arbeitslosengeldern (ASALfutur/AVAM), Polycom (Sicherheitsfunk), DigiSanté (Gesundheitswesen), ZEMIS (Migration) und die E-ID (digitale Identität). Die Bundeskanzlei hält dagegen, dass neben den kritisierten Schlüsselprojekten jedes Jahr rund 200 Vorhaben abgeschlossen werden, die meisten davon erfolgreich. Zugleich nimmt sie den Befund auf: Die digitale Transformation des Bundes soll stärker zentral gesteuert werden. Statt vieler einzelner Lösungen sollen mehr gemeinsame Systeme entstehen. (aso)

Wir verwenden Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind für den Betrieb der Website von wesentlicher Bedeutung, während andere uns dabei helfen, diese Website und die Benutzererfahrung zu verbessern (Tracking-Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie Cookies zulassen möchten oder nicht. Bitte beachten Sie, dass Sie möglicherweise nicht alle Funktionen der Website nutzen können, wenn Sie sie ablehnen.