Schweizer Rechenzentren benötigen mehr Strom, der grosse KI-bedingte Energiesprung bleibt laut einer Studie von Energieschweiz bisher jedoch aus.
Datacenter verbrauchten 2024 rund 2,1 Terawattstunden Strom. Das entspricht etwa 3,6 Prozent des gesamten Schweizer Stromverbrauchs. Trotz wachsender Cloud- und Digitaldienste fällt der Anstieg laut den Autoren geringer aus als vielfach erwartet. Der zusätzliche Energiebedarf entsteht vor allem bei grossen kommerziellen Rechenzentren. Gleichzeitig stagniert oder sinkt der Verbrauch vieler unternehmensinterner Rechenzentren. Verantwortlich dafür sind effizientere Systeme sowie die Verlagerung von IT-Infrastruktur zu spezialisierten Cloud- und Datacenter-Anbietern. Bis 2030 rechnen die Autoren je nach Szenario mit einem Verbrauch zwischen 2,5 und 3,2 Terawattstunden. Selbst im Maximalszenario würde der Anteil am Schweizer Stromverbrauch bei rund sechs Prozent liegen. Beim KI-Boom bleibt die Schweiz vorerst im Hintergrund. Laut Studie existieren bislang keine Datacenter, die speziell auf das Training grosser Sprachmodelle ausgelegt sind. Die grossen Schweizer Anlagen dienen derzeit hauptsächlich Cloud- und Unternehmensanwendungen. Eine Ausnahme bildet der KI-Supercomputer der ETH Zürich im CSCS in Lugano. Gleichzeitig sehen die Studienautoren weiteres Effizienzpotenzial. Durch modernere IT- und Gebäudetechnik liesse sich der Stromverbrauch der Rechenzentren deutlich senken. Die Swiss Datacenter Association wertet die Ergebnisse als Hinweis auf einen kontrollierten Ausbau der digitalen Infrastruktur. SDCA-Präsident Roger Süess erklärt: "Die BFE-Studie zeigt ein deutlich nüchterneres Bild, als viele Schlagzeilen vermuten lassen. Schweizer Rechenzentren stehen nicht für einen unkontrollierten Stromanstieg, sondern für professionelle, zunehmend effiziente digitale Infrastruktur." (lfa)