Der KI-Entwickler Anthropic plant milliardenschwere Investitionen in Rechenleistung. Broadcom könnte einen Teil davon finanzieren.
Der Ausbau künstlicher Intelligenz kostet enorme Summen. Anthropic hat sich verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren rund 125,2 Milliarden Dollar für Rechenkapazitäten auszugeben. Der US-Chiphersteller Broadcom könnte dafür eine Finanzierung von bis zu 42 Milliarden Dollar bereitstellen. Für das Training und den Betrieb seines KI-Assistenten Claude setzt Anthropic unter anderem auf sogenannte Tensor Processing Units (TPUs). Die von Google entwickelten Spezialchips sind auf KI-Anwendungen ausgelegt. Broadcom ist an ihrer Entwicklung beteiligt. Die Zusammenarbeit wurde bereits im April 2026 erweitert. Ab 2027 soll Anthropic Zugang zu zusätzlichen Rechenkapazitäten mit der nächsten TPU-Generation erhalten. Bemerkenswert ist die geplante Finanzierung. Broadcom könnte damit nicht nur als Technologiepartner auftreten, sondern auch einen Teil der Infrastrukturkosten finanzieren. Vorgesehen sind Wandelanleihen, die unter bestimmten Voraussetzungen später in Unternehmensanteile umgewandelt werden können. Bis Anfang August waren laut Broadcom allerdings noch keine entsprechenden Anleihen ausgegeben worden. Für den Chiphersteller eröffnet die Vereinbarung langfristige Geschäftsmöglichkeiten, birgt aber auch finanzielle Risiken. Anthropic wiederum bindet sich enger an seine Infrastrukturpartner und muss die hohen Investitionen durch steigende Einnahmen finanzieren. Wie teuer das KI-Geschäft ist, zeigen die Finanzzahlen des Unternehmens. Anthropic erzielte 2025 rund 4,6 Milliarden Dollar Umsatz, verzeichnete gleichzeitig jedoch einen operativen Verlust von mehr als acht Milliarden Dollar. (lfa)