FFHS erhält Unesco-Lehrstuhl

Foto: Fractal Verlag/123rf

Aus- & Weiterbildung
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Die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) erhält einen Unesco-Lehrstuhl für das Forschungsfeld „Personalised and adaptive Distance Education“. Der Lehrstuhl ist im Institut für Fernstudien- und eLearningforschung (Ifel) in Brig angesiedelt und wird sich verstärkt der internationalen Zusammenarbeit in diesem innovativen Forschungsgebiet widmen.

Seit bald 20 Jahren forscht die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) im Bereich technologiebasiertes Lernen und zählt mit dem Institut für Fernstudien- und eLearningforschung (Ifel) in Brig zu einem ausgewählten nationalen und internationalen Netzwerk von E-Learning-Forschenden. Nun werden diese Forschungsleistungen mit einem Unesco-Lehrstuhl für „Personalised and adaptive Distance Education“ gewürdigt. Der entsprechende Antrag wurde im Juli vom Wahlkommittee des Unitwin/Unesco Programms in Paris gut geheissen. Insgesamt zählt die Schweiz bisher sechs Unesco-Lehrstühle an Universitäten. Als Mitglied der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) ist die FFHS ab Januar 2017 die erste Fachhochschule mit einem anerkannten Unesco-Lehrstuhl.

Innovatives Forschungsfeld adaptives Lernen

Die Forschung des Ifel konzentriert sich auf die Bereiche Fernstudiendidaktik und E-Collaboration. Seit rund zwei Jahren verfolgt das Team von Prof. Dr. Per Bergamin mit dem Forschungsfeld adaptives Lernen einen der neusten Ansätze im E-Learning. Digitale adaptive Lernsysteme folgen dem Prinzip der Personalisierung und sind in der Lage, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Lernenden einzugehen. So kann eine adaptive E-Learning-Plattform beispielsweise den aktuellen Wissenstand des Lernenden messen und ihm je nach Ergebnis geeignete Übungsaufgaben vorschlagen. Dadurch ergeben sich für jeden Einzelnen auf ihn abgestimmte Lernpfade, um ein optimales Lernergebnis zu erzielen. Per Bergamin: „Der Computer wird quasi zum digitalen Tutor. Erste Pilotversuche an der FFHS haben bereits gezeigt, dass die adaptiven Kurse besonders den Studierenden mit wenig Vorwissen helfen, ihr Lernziel effizient zu erreichen“.

Internationale Kooperationen mit Partneruniversitäten

In Zukunft soll am neuen Lehrstuhl auch der Aspekt der Emotionen im Zusammenhang mit adaptivem Lernen erforscht werden. Das Ifel hat dafür eine in der Schweiz einzigartige Untersuchungsanlage mit Programmen zur Gesichtserkennung eingerichtet. Gemäss der Zielsetzung des Unesco-Programms Unitwin (= university twinning and networking) wird sich das Ifel nun der Weiterentwicklung dieses innovativen Forschungsgebiets und der stärkeren internationalen Vernetzung widmen. Im Zentrum steht der Forschungsaustausch mit Partneruniversitäten, insbesondere zwischen Europa und Afrika. „Es besteht bereits eine Kooperationen mit der North-West University in Südafrika, weitere Gespräche mit Partnern in Namibia, Tansania, Ruanda, Spanien, Russland und der Ukraine sind am Laufen. Vorgesehen sind sechs Austauschprogramme mit einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Zudem soll ein Weiterbildungsprogramm im Bereich adaptives Lernen mit einer internationalen Zielgruppe lanciert werden“, fasst Bergamin die geplanten Tätigkeiten des neuen Lehrstuhls zusammen.

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