Zukunft der IT im Unternehmen

  Michael Ghezzo 17. Juli 2019
Michael Ghezzo, Geschäftsführer der Confare GmbH Michael Ghezzo, Geschäftsführer der Confare GmbH

    Wird man die 20er-Jahre des 21. Jahrhunderts später auch mal die Goldenen Zwanziger nennen? Die Roaring Twenties, anni ruggenti, années folles des vergangenen Jahrhunderts waren durch Aufschwung und enorme ökonomische und kulturelle Leistungen geprägt.

    Das neue Jahrzehnt startet in Kürze und es startet fulminant. Der Digitale Wandel ist da. Startups spriessen nur so aus dem Boden, grosse Unternehmen stellen Purpose vor Profit und überdenken ihre Führungsmethoden und Hierarchien. Neue Geschäftsmodelle lösen Bewährtes ab und lassen neue Gewinner entstehen.
    In den kommenden zehn Jahren wird sich das Tempo der Veränderung nicht reduzieren. Technologien sind am Horizont, die das Potenzial haben, unser Leben völlig zu verändern. Hinter dem Horizont warten Innovationen, die wir uns noch gar nicht wirklich vorstellen können. Der umfassende Wandel, den Gesellschaft und Unternehmen durch die Digitalisierung erleben, wird die Aufgaben des IT-Managements nicht unberührt lassen. Es gilt die interne IT neu zu erfinden. Der aktuelle Wandel bietet die Möglichkeit, aus gewohnten Mustern auszubrechen, Dinge bewusst anders zu machen. Phrasen wie, „Das haben wir schon immer so gemacht!“, können ganzen Branchen den Kopf kosten.

    Die Rolle des CIOs ist von mehreren Entwicklungen betroffen:

    Kein Unternehmen kommt mehr ohne IT aus. Digitalisierung ist keine Option, sondern ein Muss.
    Die Trennung von Business und IT ergibt keinen Sinn mehr – Business ist IT und IT ist Business. Eine tolle Entwicklung für die interne IT. Sie rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit und die Erwartungen sind hoch. Doch gleichzeitig steigt auch der Druck auf den CIO. Nimmt er zu wenig Einfluss und ist nicht bereit für den Wandel, wird er zum Risiko für das Unternehmen und wird über kurz oder lang ersetzt.

    Immer mehr Menschen verstehen etwas von Technologie und den damit verbundenen Möglichkeiten.
    Das Alleinstellungsmerkmal der internen IT war in der Vergangenheit das technologische Fachwissen. „Das eigentliche Problem sitzt vor dem Rechner!“, konnte man schon mal von einem IT-Manager hören, wenn er sich über den DAU – den dümmsten anzunehmenden User – ärgerte. Doch die User sind mündiger. Sie wissen, was alles geht und wenn die IT nicht schnell genug ist, ist der nächste Cloud- oder SaaS Anbieter nur einen Klick entfernt. Die Erwartungen an die interne IT sind dieselben, die man an Services aus dem privaten Bereich kennt. Das dann doch nicht alles so zusammen geht, wie man es erwartet hat, liegt dann auch wieder bestimmt an der internen IT. Dem CIO bleibt die Verantwortung für die unangenehmen Dinge wie Security, Governance und Architektur, während der geschäftliche Mehrwert aufs Erfolgskonto von jemand anderen geht.

    Infrastruktur verliert im Cloud-Zeitalter an Bedeutung.
    “Keeping the lights on” ist keine zukunftsorientierte Aufgabe. Der reine IT-Betrieb oder Betrieb eines Rechenzentrums ist kein essentieller Mehrwert für die interne IT. Braucht es unter diesen Rahmenbedingungen überhaupt noch einen CIO? Reicht es nicht, wenn ein „Infrastruktur-Verantwortlicher“ im Hintergrund Verfügbarkeit und Performance im Auge behält? Hält die IT nicht in alle Fachbereiche so weit Einzug, dass es die strategische IT-Management Position gar nicht mehr braucht, da ohnehin das gesamte Board und alle Führungskräfte die Aufgabe Digitalisierung mittragen? Was heisst es, 2020 die CIO Rolle zeitgemäss zu gestalten? Technologiewissen alleine reicht nicht aus. Nicht die Technologie macht Wettbewerbsvorteile, sondern die Kreativität und Bereitschaft der Menschen im Unternehmen, diese einzusetzen.

    Aus meiner Sicht sind es fünf Bereiche, in denen der CIO auch in Zukunft unersetzlich sein wird:

    1. Als Influencer des Wandels kann die interne IT Tempogeber der Digitalisierung sein. Das bedeutet raus aus dem Abteilungs-Silo, Veränderungen unterstützen, beraten, initiieren. Agile Methoden, Projektmanagement, Experten-Führung, Multi-Vendor-Situationen sind für die IT schon jetzt alltägliches Geschäft. Der CIO kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass diese Kerntugenden der internen IT im ganzen Unternehmen Einzug halten.
    2. Als Ecosystem Manager und Schnittstelle zur Technologie-Startup- und Hersteller-Welt sorgt er dafür, dass Co-Creativity, Innovation und Wissen über aktuelle Trends im Unternehmen zur Verfügung stehen.
    3. Als Innovationsmotor nutzt der CIO seine Kenntnis des Unternehmens und der Dateninfrastruktur, die er allein durch Automatisierung und Unterstützung von Geschäftsprozessen des Unternehmens hervorragend kennt, um neue datenzentrierte Geschäftsmodelle zu entwickeln.
    4. Als strategischer Infrastruktur Manager stellt er sicher, dass das Unternehmen auch für künftige Herausforderungen gut aufgestellt ist und dass die technischen Voraussetzungen stimmen, um die Herausforderungen des Marktes zu bewältigen. Dabei sind Compliance und Security von besonderer Bedeutung. Wer mit Kundendaten nicht sicher und compliant umgehen kann, kann auch keine datenbasierten Geschäftsmodelle realisieren. Security ist im Digitalen Zeitalter nicht mehr notwendiges Übel, sondern Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen. Interessante Perspektiven entstehen dabei auch durch das Zusammenwachsen von OT und IT, das durch den vermehrten IoT Einsatz passiert. Auch hier ist der professionelle Umgang mit Risiken gefragt, wie ihn der CIO schon seit jeher praktiziert.
    5. Als Manager und Orchestrierer von Services, die von diversen Dienstleistern, Cloudanbietern und Outsourcern geleistet werden, stellt er die Qualität der Dienstleistungen sicher und managed Verträge und Service Levels.

    Auch im neuen Jahrzehnt wird CIO nicht für „career is over“ stehen. Die Confare CIO AWARD Preisträger in der Schweiz und Österreich demonstrieren deutlich, wie wichtig das IT-Management für den Digitalen Erfolg des Unternehmens ist.

    www.confare.at

    Soziale Netzwerke

     

    Fractal Verlag GmbH

      +41 61 683 88 76

      Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!