Meine Schweiz, meine KMUs, meine Vision: Aus dem Alltag, für den Alltag

  Giacomo Garaventa 12. Oktober 2016
Meine Schweiz, meine KMUs, meine Vision: Aus dem Alltag, für den Alltag 123rf.com

    Seit Jahren erlebe ich im Zusammenhang mit Nachfolgelösungen die folgende Ausgangslage, und das mit Tendenz steigend: 40- bis 55-jährige Top-Manager aus Grosskonzernen erkennen, dass es nicht mehr genügt, einfach nur gut zu sein.

    Das Netzwerk hat Sprünge bekommen, einige sind ausgeschieden, sei es durch Rationalisierung oder durch interne Kämpfe. Der Lohn Ende Monat stimmt, doch es fehlt an Begeisterung und Motivation. Diese Personen erkennen in einem KMU plötzlich etwas, was sie vermisst haben: Sie wollen sich persönlich einbringen, etwas bewegen sowie die typisch schweizerischen Eigenschaften in die Produkte einfliessen lassen: Ehrlichkeit, Kompetenz und Nachhaltigkeit. Nach diesen Werten suchen sie. Die Besten unter uns erkennen, dass Grösse, Macht, finanzieller Reichtum und Image nicht zwingend befriedigend sind. Tragen wir gemeinsam Sorge zu diesen Werten, und glauben Sie mir, lieber Unternehmer, ein hoher Lohn ist ein Argument, welches Sie mit Emotionen, mit Respekt und Achtsamkeit locker schlagen können.

    Eine Schweiz, ein Monaco in den Alpen
    Es ist schön, dass all unsere Wohnungen, Häuser, Böden Millionenwerte in der Steuererklärung ausmachen. Doch ist es das Ziel von uns, ein Staat wie Monaco zu werden? Wollen wir ein Museum werden für reiche Ausländer, für Pensionierte? Ich bin überzeugt, dass nur ein funktionierendes Miteinander von unterschiedlichen sozialen Schichten eine erfolgreiche Schweiz sichert. Hinsichtlich der Wirtschaft ist es elementar, dass sich die Schweiz um ihre Produktion, um ihr Engineering und um ihre Technologie-Kinder kümmert. Es braucht die Hochschulen genauso wie fundierte handwerkliche Ausbildungen. Darum engagieren wir uns gemeinsam für die KMUs, für unser einmaliges soziales Zusammenleben, für unser Bildungswesen, damit wir auch zukünftig in einer lebendigen Schweiz leben.

     KMU Swiss – die Plattform
    Der Veranstalter KMU Swiss (www.kmuswiss.ch) führt neben dem Forum und Podium weitere Informationsveranstaltungen für Unternehmer und Entscheidungsträger durch. KMU Swiss versteht sich als die neutrale Plattform für KMUs in der Schweiz. IT business ist Medienpartner.

     

     

     


    Eine Schweiz mit einer direkten Demokratie – und keiner geht hin
    Ein Freund zeigte mir einen Artikel aus der NZZ vom 15. August 2016, von Prof. Manfred Schneider: «Das Zeitalter des Ressentiments. Immer weniger nutzt das Bürgertum die Freiheit der politischen Gestaltung, die es sich im Lauf der Geschichte erkämpft hat. Lieber pflegt es seine schlechte Laune und übt sich in Verweigerung.»
    Wir alle haben eine Abneigung gegen das, was unsere Komfortzone stört, wir sträuben uns gegen Veränderungen. Dennoch scheinen wir im Gewohnten und Beständigen etwas zu vermissen, wir suchen nach etwas Lebendigem und Emotionen. Wir mauern uns ein, zelebrieren aber an der Street Parade oder am eidgenössischen Schwingfest etwas, das sich im politischen Alltag nicht zeigt. In den letzten Jahren entstand eine Verschiebung der Prioritäten von der Politbühne auf die Partybühne.
    Schaue ich mir die letzten Abstimmungen an, die zukunftsweisend waren, stelle ich eine geringe Beteiligung fest. Es scheint zunehmend schwieriger, das politische Engagement der Schweizer Bürgerinnen und Bürger aufrechtzuhalten. Für die einen sei es zu kompliziert, die andern meinen, es sei ohnehin bereits alles entschieden. Dazu kommen die meinungsbildenden TV-Shows, die sich am amerikanischen Vorbild orientieren: Die Argumente sind einseitig und simpel, aber dafür stimmen die Einschaltquoten. Wird schliesslich abgestimmt, ist eine Teilnahme von 50 Prozent bereits beachtenswert. Und diejenigen, die abstimmen, sagen lieber Nein, damit alles beim Alten bleibt.
    Aufgewachsen in einem goldenen Nest, in einem Land, das seit vielen Jahren keinen Hunger, keinen Krieg kennt, schätze ich mich sehr glücklich und sehe es als meine Pflicht, mich für andere Menschen, die weniger Glück haben, einzusetzen. Jede und jeder von uns kann sich einbringen. So wollen wir das Zeitalter des Ressentiments ohne Perspektiven und Sinn in eine gelebte Demokratie verwandeln – und alle gehen hin. Die KMUs leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Meine Vision ist eine Schweiz, die sich bewegt, und zwar, weil ihre Bewohnerinnen und Bewohner – und damit auch die KMUs – sich aktiv beteiligen. Ich wünsche allen die Freude und den Mut, Dinge zu bewegen!

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