Editorial IT business, 2/2015Sicherheit beginnt schon in der Kinderstube

 

Verehrte Leserin, verehrter Leser

Grosseltern, Eltern, Gotte und Götti etc. aufgepasst: Der Spion steckt bereits im Kinderspielzeug. Das ist kein Scherz, sondern leider eine Tatsache. Es gibt Plüschtiere, sogenannte «Cloudpets», welche es Kindern und Eltern ermöglichen, Sprachaufzeichnungen aus der Ferne mitzuteilen. Der Umstand, dass der Hersteller diese sensiblen Aufzeichnungen auf einer Cloud speichert und diese über ein grosses Datenleck verfügt, macht 800 000 registrierte Benutzer nicht gerade happy. Denn diese Daten stehen fremden Personen ohne Weiteres zur Verfügung.
Sprachdienste sind ja nichts Neues und weiterhin auf dem Vormarsch. Doch was wenn diese sehr heiklen Daten auf einer unzureichend gesicherten Cloud gespeichert sind? Sicherheitsforscher haben das Leck beim Spielzeughersteller entdeckt, bei welchem die Datenbank ohne jegliche Sicherheitsvorkehrung für jeden über das Internet zugänglich war, welcher über die entsprechende Web-Adresse verfügte. Was aber am schlimmsten ist: Der Informant, der das Unternehmen mehrmals über dieses Sicherheitsleck in Kenntnis gesetzt hat, erhielt keine Reaktion (Quelle: Troyhunt.com).
Eigentlich unvorstellbar, dass in der heutigen Zeit, wo Cyberkriminalität an der Tagesordnung ist, solche Fehler passieren. Bekanntlich lernt man ja aus so groben Fehlern: In diesem Fall wird es den Hersteller Kurspunkte auf dem Aktienmarkt kosten. Die Frage, ob solche «Cloudpets» Sinn machen oder nicht, lassen wir mal im Raum stehen. Da gibt es ja noch einiges, was man hinterfragen kann.
Ich frage mich einfach, wohin uns das noch führen wird: Müssen wir irgendwann damit beginnen, Dinge, die wir erwerben und geschenkt erhalten, zu hinterfragen und auf Herz und Nieren zu testen, ob vielleicht nicht irgendwo eine Wanze versteckt ist.
Paranoid, ich weiss, aber in der Geschäftswelt ist es umso wichtiger denn je, sich umfassend gegen Angriffe von aussen wie auch von innen zu schützen, denn Cyberkriminalität sollte nicht unterschätzt werden. Im Hinblick auf die bisher grösste durchgeführte Befragung des Centers für Cyber Safety und Education, dass in derCybersicherheitsbranche bis 2022 1,8 Millionen Mitarbeiter fehlen werden, sollten wir schon in der Kinderstube mit der Sensibilisierung beginnen. Vielleicht ist das Mitarbeiterproblem bis 2022 dann auch gelöst.

Herzlichst Ihre
Petra De Meo

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