Neues Instrument zur Selbstevaluation von KMU

13. September 2016
Marc Ziegler, Country Manager bei Sage Schweiz. Marc Ziegler, Country Manager bei Sage Schweiz. Foto: Sage

    Business-Software-Anbieter Sage hat zusammen mit der Hochschule Luzern die Online-Plattform „KMU-Benchmark“ entwickelt. Diese ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen, ihre Steuerungs- und Kontrollmassnahmen im Finanzbereich selber zu überprüfen und auszuwerten. Gleichzeitig ermöglicht der „KMU-Benchmark“, eigene Auswertungen mit jenen von anderen KMU zu vergleichen.

    Seit der Revision des Aktienrechts 2012 sind viele KMU in der Schweiz formal nicht mehr dazu verpflichtet, ein internes Kontrollsystem (IKS) zu führen. Deshalb starteten Sage und das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern vor zwei Jahren ein Projekt, um die Eigenkontrolle von kleineren und mittleren Unternehmen im Rahmen einer guten Corporate Governance zu fördern. Zusammen mit weiteren Praxispartnern entwickelte das Projektteam die Online-Plattform „KMU-Benchmark“, die allen KMU kostenlos zur Verfügung steht. Sie ermöglicht den Unternehmen, ihre Massnahmen, mit denen sie ihren Betrieb steuern und kontrollieren, eigenhändig zu evaluieren. „Die neue Plattform ist ein schweizweit einzigartiges und enorm wertvolles Evaluierungstool speziell für kleine und mittelgrosse Unternehmen. Unternehmer gehen ihrer Leidenschaft nach. Sie wollen mit dem, was sie tun, erfolgreich sein. Dieses neue Tool erlaubt ihnen, Risiken abzufedern, um ihr Business noch sicherer und nachhaltiger zu führen“, sagt Marc Ziegler, Country Manager bei Sage Schweiz. Das Projekt wurde von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) des Bundes finanziell unterstützt.
     
    Optimierungspotential erkennen und Effizienz erhöhen
    Auf der Plattform werden die Firmen unter anderem gefragt, ob Sicherheitskopien der Daten erstellt werden, eine Unterschriftenregelung existiert und kontrolliert wird, ein Zugriffsschutz auf Personal- und Lohndaten besteht, der IT-Support jederzeit gewährleistet ist, Prozesse dokumentiert werden und Stellvertretungen definiert sind. „Ziel ist es, dass die KMU mehr Transparenz bezüglich ihrer finanziellen Steuerung und Kontrolle erhalten und die Schwächen und Risiken eruieren können“, sagt Stefan Renggli, Projektleiter und Controlling-Experte der Hochschule Luzern. Gleichzeitig ermöglicht der „KMU-Benchmark“, die eigene Auswertung mit jenen von anderen KMU ähnlicher Grösse und Branche zu vergleichen.

     

     
    Werden Lücken in der Eigenkontrolle aufgedeckt, erhalten die Unternehmen Empfehlungen, wie sie ihre Unternehmensführung verbessern können. Dafür stehen ihnen zusätzlich spezifische Faktenblätter und Checklisten zur Verfügung. Die Analyse auf der Plattform kann beliebig oft wiederholt werden, damit die KMU die eigenen Fortschritte überwachen können.
     
    Best-Practice-Modell als Grundlage
    Die Plattform „KMU-Benchmark“ basiert auf einem Best-Practice-Modell, das die Hochschule Luzern im Rahmen des Forschungsprojekts erarbeitete. Dafür analysierte das Team bei den am Projekt beteiligten Unternehmen, mit welchen Instrumenten die finanzielle Führung organisiert und von welchen Faktoren diese beeinflusst wird. Zudem wurden Management-, Geschäfts- und Supportprozesse in Bezug auf bestehende Kontrollen und das Risikomanagement analysiert. «Basierend auf diesen Erkenntnissen konnten wir definieren, welche Elemente ein internes Kontrollsystem enthalten soll, damit ein KMU kostengünstig und wirksam seinen Finanzbereich steuern und kontrollieren kann», sagt Stefan Renggli.
     
    www.kmu-benchmark.ch

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