Jung-Hacker: Mit Know-How und Charme zum Meistertitel

19. September 2016
(v. l. n. r.): Hinten: Roman Boehringer, Michael Gottburg, Anthony Schneiter, Sandro Affentranger, Stefano Kals; Vorne: Raphael Husistein, Adrian von Arx, Miro Haller, Patrick Borgogno, Marcel Maeder (v. l. n. r.): Hinten: Roman Boehringer, Michael Gottburg, Anthony Schneiter, Sandro Affentranger, Stefano Kals; Vorne: Raphael Husistein, Adrian von Arx, Miro Haller, Patrick Borgogno, Marcel Maeder Foto: Swiss Cyber Storm

    Dieses Wochenende traten in Sursee die besten Jung-Hacker an der Schweizer Ausscheidung der «European Cyber Security Challenge» gegeneinander an. Für die Teilnehmer galt es, neben technischen Aufgaben auch Präsentations- und Teamfähigkeiten zu beweisen. Gestern wurden die zehn Gewinner bekannt gegeben. Sie reisen im Herbst als Schweizer Team an die Europameisterschaft in Düsseldorf. 

    Der Campus Sursee war dieses Wochenende Austragungsort des Schweizer Finales zur «European Cyber Security Challenge». 20 Jung-Hacker massen sich in Aufgaben zu Themen wie Netzwerksicherheit, Reverse Engineering oder Kryptographie. Auch nicht-technische Fähigkeiten wurden den Teilnehmern abverlangt: So galt es als letzte Aufgabe, eine Slideshow zu präsentieren, ohne die Folien zuvor gesehen zu haben. Improvisationsvermögen, Rednerfähigkeiten und Ausstrahlung sind nicht unbedingt Werte, die man mit einem Hacker verbindet. Dennoch sind sie für heutige Cyberexperten unabdingbar.

    «Ein ‹White Hat› – so nennt man Hacker mit guten Absichten – ist kein Einzelgänger mit Kapuzenpulli im dunklen Kämmerchen», relativiert Ivan Bütler, OK-Mitglied und Gründer der IT-Sicherheitsfirma Compass Security, das gängige Klischee. «Neben einem fundierten technischen Wissen ist auch eine hohe Sozialkompetenz nötig. Denn wer dem Management nicht verständlich erläutern kann, weshalb eine Investition nötig ist, wird ein Firmennetzwerk nie absichern können», weiss Bütler aus seiner Erfahrung.

    Das Schweizer Team steht fest
    In die Schlusswertung flossen neben technischem Können deshalb auch Aspekte wie Teamfähigkeit, Kommunikations- und Führungsvermögen ein. Heute Sonntagnachmittag wurde der Entscheid verkündet: Aus den 20 Teilnehmern wählte die Jury die zehn geeignetsten Kandidaten, die im Herbst als Schweizer Team ans Europäische Finale in Deutschland fahren.

    Europafinale mit zehn Nationen
    Waren es im Vorjahr noch sechs Länder, die am Finale teilnehmen, treten in Düsseldorf bereits zehn Nationen gegeneinander an: Deutschland, England, Estland, Griechenland, Irland, Liechtenstein, Rumänien, Österreich, Spanien und die Schweiz. Dieser Wachstum kommt nicht von ungefähr: Der jährliche Wettbewerb gilt als eine der wichtigsten Nachwuchsförderungsmassnahmen im Bereich IT-Sicherheit.

    Die «European Cyber Security Challenge» ist eine Initiative der europäischen Agentur für Informations-sicherheit ENISA. Die nationalen Ausscheidungen werden durch private Länderorganisationen autonom organisiert und die Gastgeberrolle des Europafinales rotiert unter den teilnehmenden Ländern. Getragen wird die Initiative von staatlichen Partnern und Sponsoren aus der Privatwirtschaft, die sich mit ihrem Engagement wirkungsvoll gegen den Fachkräftemangel einsetzen möchten. Das Finale 2016 findet vom 7. bis 10. November statt.

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