Stadt Zürich will smarter werden

Stadtrat präsentiert Strategie und Umsetzungsplan für Smart City Zürich Stadtrat präsentiert Strategie und Umsetzungsplan für Smart City Zürich Bild: Pixabay

    Der Stadtrat legt mit der Strategie Smart City Zürich fest, wie er das Potenzial der Digitalisierung nutzen will. Menschen, Organisationen und Infrastrukturen sollen sich so vernetzen, dass sozialer, ökologischer und ökonomischer Mehrwert geschaffen wird. Die Strategie betont die Innovationsförderung in der Stadtverwaltung.

    Mit der Strategie Smart City Zürich will der Stadtrat das Potenzial der Digitalisierung nutzen, um die Chancengleichheit und hohe Lebensqualität für alle zu erhalten und zu verbessern, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen und Innovation am Standort Zürich zu fördern. Menschen, Organisationen und Infrastrukturen sollen sich so vernetzen können, dass sozialer, ökologischer und ökonomischer Mehrwert geschaffen wird. Die Strategie und ihre Umsetzung richten sich auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der Zürcherinnen und Zürcher und der Zürcher Unternehmen aus.Sie fördert eine zuverlässige und offene Datenstruktur. Smart City Zürich schafft auch Raum für Experimente und das unkomplizierte Ausprobieren neuer Ideen. Zur Umsetzung der Strategie nimmt der Stadtrat die bereits in verschiedenen Handlungsfeldern laufenden Aktivitäten auf und stärkt sie mit den drei Strategie-Schwerpunkten «Zukunftsformen der integrierten öffentlichen Mobilität», «Digitale Stadt» und «Smarte Partizipation».

    Die Bevölkerung aktiv einbeziehen
    Der Strategie-Schwerpunkt «Smarte Partizipation» verbindet den Anspruch der Partizipation von Bevölkerung und Interessengruppen mit den Herausforderungen des Stadtwachstums und des technologischen Wandels. Die Zürcherinnen und Zürcher sollen die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen: zu aktuellen Fragen und konkreten Projekten der Stadt. Die Stadtverwaltung soll bei eigenen Vorhaben mit gutem Beispiel vorangehen und an der Weiterentwicklung von Kompetenzen, Arbeitsinstrumenten und Strukturen für Partizipationsprozesse arbeiten. Erfolgreich erprobte Lösungen können stadtweit etabliert werden. Das Mitwirkungsverfahren zur Schnittstelle zwischen der Stadt und der Bevölkerung in den Quartieren mit einer Kombination aus Grossgruppenkonferenzen und E-Partizipation ist ein erstes Projekt im Rahmen des Strategie-Schwerpunkts.

    Mobilität ressourcenschonend entwickeln
    Der Strategie-Schwerpunkt «Zukunftsformen der integrierten öffentlichen Mobilität» trägt zur ressourcenschonenden Entwicklung der urbanen Mobilität bei. Das öffentliche Mobilitätsangebot soll erweitert und neue Angebote getestet werden. Mit den neuen Technologien will die Stadt Zürich den Verkehr fliessender machen und den Strassenraum besser ausnutzen. Im Bereich der Elektromobilität werden Dieselbusse durch Trolley- und Elektrobusse ersetzt. Der öffentliche Verkehr in Zürich wird bis ins Jahr 2030 weitgehend elektrifiziert. Eine Mobilitätsplattform ermöglicht Kundinnen und Kunden nahtloses, verkehrsmittelübergreifendes Reisen in der Urbanregion Zürich.Sie nimmt das Bedürfnis nach einfachen, individuellen und situativ angepassten Mobilitätslösungen auf. Zu nachfragegesteuerten Transportmöglichkeiten haben die VBZ mit dem FlexNetz einen ersten Pilotversuch angekündigt. Bereits getestet wird das autonome Fahren im öffentlichen Verkehr. Autonome Fahrzeuge können in die bestehenden Systeme integriert werden. Durch die Erweiterung des Verkehrszählstellennetzes auf neu rund 140 Zählstellen können zusätzliche Daten, die der besseren Verkehrsabwicklung und -steuerung dienen, gewonnen werden.

    Digitale Transformation der Stadtverwaltung beschleunigen
    Der Strategie-Schwerpunkt «Digitale Stadt» treibt die Digitalisierung in der Verwaltung zum Nutzen der Bevölkerung und der Unternehmen voran. Er unterstützt die Vermittlung des dafür notwendigen Wissens und den Abbau technologischer Hürden und Vorbehalte. Der Wissensaustausch und die Zusammenarbeit auch über die Grenzen der Stadtverwaltung hinaus sollen ausgebaut werden. Das Angebot der städtischen Online-Services wird weiter vergrössert und über den zentralen Online-Zugang «Mein Konto» zugänglich gemacht. Stadtinterne Prozesse werden konsequent digital gestaltet. Die Zahl der verfügbaren Datensätze auf der Open Data-Plattform der Stadt Zürich nimmt kontinuierlich zu. Ausgehend vom bestehenden digitalen 3D-Stadtmodell soll eine Plattform geschaffen werden, die Geodaten dreidimensional und einfach visualisieren lässt.

    Neue Instrumente zur Innovationsförderung in der Verwaltung
    Neben den drei Strategie-Schwerpunkten schafft die Strategie Smart City Zürich neue Instrumente, um die Innovation in der Verwaltung und bei den städtischen Mitarbeitenden zu fördern. Mit einem Innovationskredit sollen Projekte künftig schnell und direkt mit bis zu 150 000 Franken gefördert werden können. Anträge, die von verschiedenen Dienstabteilungen gemeinsam eingereicht werden und Pilotcharakter haben, werden bevorzugt berücksichtigt. Ein mehrstufiges Intrapreneurship-Programm gibt städtischen Mitarbeitenden die Möglichkeit, eigene innovative Ansätze weiterzuentwickeln und gegebenenfalls zu konkretisieren. Mitarbeitende können sich in einem ersten Schritt um initial 1000 Franken Startkapital und rund 70 Stunden freie Arbeitszeit bewerben, um ihre Ideen zur Projektreife zu bringen. Expertinnen und Experten aus Unternehmen und aus dem Hochschulbereich werden neu über sogenannte «Innovation Fellowships» für sechs bis zwölf Monate zur Mitarbeit und zum Austausch in städtischen Projekte eingeladen. Mit diesen Massnahmen soll das innovative und interdisziplinäre Denken und Handeln in der Verwaltung weiter gestärkt werden.

    Kooperationen und Austausch mit Dritten
    Um schnell auf künftige Entwicklungen reagieren und neue Ideen als Antworten darauf ausprobieren zu können, richtet die Stadt ein «Smart City Lab» ein. Spezialistinnen und Spezialisten aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung treffen dort zeitlich befristet mit externen Fachleuten zusammen und entwickeln und testen gemeinsam Pilotprojekte für Herausforderungen, die sich der Stadt Zürich stellen. Die Stadt Zürich setzt zudem ihre Unterstützung des Kickstart Accelerators fort und fokussiert in diesem Rahmen den Austausch mit Start-ups auf das Thema Smart City. Auch die Hackathons, die verschiedene Dienstabteilungen der Stadtverwaltung bereits regelmässig organisieren, werden weitergeführt.

    Neues Smart City Team und Antrag an den Gemeinderat
    Für die operative Unterstützung der Strategie Smart City Zürich sollen vier neue Arbeitsstellen bei der Stadtentwicklung Zürich geschaffen werden. Die für die Lancierung der Strategie benötigten Mittel beantragt der Stadtrat dem Gemeinderat als Beantwortung der Motion betreffend die Umsetzung einer departementsübergreifenden Smart-City-Strategie (GR Nr. 2016/166).

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