Hackerangriff auf Marriott-Hotels

Rund 500 Millionen Menschen sind vom Hacking-Angriff auf die Marriott-Hotels betroffen Rund 500 Millionen Menschen sind vom Hacking-Angriff auf die Marriott-Hotels betroffen © Fractal Verlag/123rf

    Der Hotelkette Marriott sind Daten von bis zu einer halben Milliarde Gäste der Tochtermarke Starwood gestohlen worden. Unter den gestohlenen Daten sind zum Teil auch verschlüsselte Kreditkartendaten.

     Die gestern bekanntgewordene Cyberattacke auf die Hotelkette Marriott stellt einmal mehr grundsätzliche Fragen an die IT-Sicherheit in Unternehmen und grossen Organisationen. Scheinbar lange Zeit unbemerkt gelang es Angreifern sich unentdeckt im Netzwerk von Marriott zu bewegen und immense Datenmengen – darunter hochsensible Kundeninformationen – abfliessen zu lassen.

    Gérard Bauer, VP EMEA bei Vectra, einem IT-Sicherheitsanbieter mit dem Fokus auf Angriffserkennung durch künstliche Intelligenz, fasst das aktuell Bekannte zusammen und schildert die fundamentalen Herausforderungen an die Cybersicherheit: „Da hier ein echter Schatz an persönlichen Informationen erbeutet wurde, wird dies den Marken von Marriot Starwood zweifellos schaden. Der Vorfall kann erhebliche unmittelbare Auswirkungen auf die zukünftige Identitätsfeststellung der betroffenen Kunden haben.

    Der Zeitraum zwischen der ersten Erkennung am 8. September 2018 und der Meldung der Verletzung betrug mehr als zwei Monate. Je nachdem, was intern bekannt war und wann, könnte hier ein Verstoss gegen die 72-Stunden-Meldepflicht im Rahmen der EU-DSGVO vorliegen.

    In Bezug auf die Datenschutzverletzung selbst kann die Exfiltration der Daten innerhalb der Verschlüsselung ein Versuch gewesen sein, Sicherheitskontrollen wie z.B. Systeme zur Verhinderung von Datenverlust zu umgehen.

    Sicherheitssysteme, die basierend auf Verhaltensweisen auf potenzielle auf Exfiltration achten, anstatt zu versuchen, den Datenverkehr zu untersuchen, können eine Möglichkeit bieten, diese Herausforderung zu bewältigen. Es ist noch nicht klar, welches Tool bei diesem Angriff zum Einsatz kam, aber aufgrund der veröffentlichten Beschreibung ist davon auszugehen, dass es erst spät im Angriffslebenszyklus entdeckt wurde. Angreifer müssen in der Regel mehrere Schritte durchführen, mit entsprechenden Verhaltensweisen, bevor sie Daten stehlen oder manipulieren können. Daher ist die Erkennung dieser Verhaltensweisen in einem sehr frühen Stadium von entscheidender Bedeutung.

    Dieser Vorfall zeigt auch, dass die Reaktion auf Vorfälle weiterhin zu lange dauert. In vielen Fällen versuchen Sicherheitsteams herauszufinden, was gerade passiert ist und wie sie es verhindern können, dass es erneut passiert, anstatt einen Angreifer früher in seinem Lebenszyklus zu erkennen, verstehen und aufzuhalten, um einen Angriff einzudämmen oder zu stoppen.

    Ebenso dauert die aktuelle manuelle Bedrohungssuche und Forensik viel zu lange. Wir müssen daher Wege finden, dies zu reduzieren. Hier empfiehlt sich die Automatisierung einiger Aufgaben, unterstützt von künstlicher Intelligenz, um die Informationsflut an Warnungen, die Analysten durcharbeiten müssen, um den Angriff zu verstehen, erheblich zu reduzieren. Mithilfe automatisierter Tools können sich Analysten und forensische Ermittler hierbei gegenseitig ergänzen. Dieser Ansatz ermöglicht es, schnell und effektiv zu handeln, was Menschen allein einfach nicht bewältigen können.“

    Soziale Netzwerke

     

    Fractal Verlag GmbH

      +41 61 683 88 76

      Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!